Risiken bei Erdöl- & Erdgasbohrungen

Erdöl- und Erdgasbohrungen sind eine anspruchsvolle Aufgabe. In den Gesteinsformationen, in denen wir tätig sind, können Drücke von mehreren 100 bar herrschen. Diese müssen sicher beherrscht werden, damit Kohlenwasserstoffe nicht unkontrolliert aus dem Bohrloch austreten können. Wir setzen verschiedene Sicherheitssysteme ein, um vor allem zwei Szenarien zu begegnen:

  • Öl-/Gasaustritt
  • Explosion und Brand

Öl-/Gasaustritt (Blow Out)

Bei Bohrarbeiten ist es möglich, dass Kohlenwasserstoffe aus druckstarken Gesteinsformationen der Lagerstätte ins Bohrloch fließen. Fachleute sprechen vom so genannten Kick. Damit steigt auch das Risiko eines Austritts der Kohlenwasserstoffe an die Oberfläche. Dies wiederum kann zum Verlust der Kontrolle über das Bohrloch führen. Für die Bohrcrew ist es deshalb wichtig, einen Kick frühzeitig zu erkennen. Dies geschieht, indem der obertägige Teil des Spülungskreislaufs mit Gassensoren und Tankstandmessern überwacht und durch qualifiziertes Personal kontrolliert wird. Sind Kohlenwasserstoffe zugeflossen, lassen sich diese mit Hilfe einer Absperreinrichtung (Blow-Out-Preventer) sicher aus dem Bohrloch entfernen. Außerdem ist so ein erneuter Zufluss zu verhindern. Die fachgerechte Ausrüstung des Bohrlochs, zu der auch eine qualifizierte Zementierung der Verrohrung gehört, ist wichtigste Voraussetzung dafür, dass die Sicherheitssysteme zuverlässig greifen.

 

Explosion und Brand

Erdöl und Erdgas sind Gemische brennbarer Kohlenwasserstoffe, die bei Luftzufuhr und einem bestimmten Mischungsverhältnis explosiv reagieren. Bereiche, in denen Öl und Gas austreten können, werden als explosionsgefährdete Bereiche der Zone 1 deklariert – dort gilt die höchste Sicherheitsstufe. Solche Zonen werden mit Gassensoren überwacht. Tritt eine kritische Gaskonzentration auf, wird automatisch ein Prozess ausgelöst, der die Anlagenteile oder komplette Bohrungen in einen sicheren Zustand fährt. Bei RWE Dea sind überdies alle elektrischen und mechanischen Geräte ausnahmslos nach den geltenden Explosionsschutzvorschriften ausgelegt.

Entsteht in einer Anlage oder auf einer Bohrung ein Brand, muss dieser schnell erkannt und bekämpft werden. RWE Dea hat in sämtlichen Prozessbereichen Rauch- und Brandmelder installiert, die bei einem Alarm einen sicherheitsgerichteten Prozess aktivieren. So werden unter anderem die Untertagesicherheitsventile in allen Bohrungen automatisch aktiviert. Die Messwarte sorgt für eine schnelle Brandbekämpfung, indem sie dafür sorgt, dass die Löschkanonen ausgelöst werden und das für den Brandschutz verantwortliche Personal ausrückt. Diese Mitarbeiter sind in der Erst-Brandbekämpfung ausgebildet.

 

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