Beleuchtungskonzept
So hell wie nötig, so wenig Abstrahlung wie möglich
Im sensiblen Umfeld Wattenmeer erschließt RWE Dea seit mehr als 20 Jahren das Erdölvorkommen Mittelplate. Innovative technische Lösungen gewährleisten einen sicheren und umweltgerechten Betrieb der Bohr- und Förderinsel. Nun ist auch das Beleuchtungskonzept überarbeitet worden. Ziel war es, Lichtabstrahlungen zu verringern, um die Zugvögel auf ihrer Reise durch den Nationalpark Wattenmeer so wenig wie möglich zu stören.
Zielgerichtete Ausleuchtung von Arbeitsplätzen
Die Fachleute listeten sämtliche Leuchten in den Außenbereichen auf, klassifizierten sie und untersuchten, wie sie sich optimieren lassen. Die Beleuchtung soll so ausgelegt sein, dass möglichst wenig Licht in die Umgebung der Mittelplate gelangt, gleichzeitig aber den Mitarbeitern eine sichere Orientierung auf der Mittelplate ermöglicht und ihr Arbeitsplatz ausreichend ausgeleuchtet wird.
Vor allem während der Nachtstunden wird auf der Mittelplate nicht durchgehend in allen Anlagenteilen gearbeitet. RWE Dea konnte deshalb die dort installierten Leuchten auf ein Minimum reduzieren. Mitarbeiter, die einen solchen Bereich betreten, schalten nun selbst das Licht ein. An einigen Stellen – vor allem auf den Treppen des Livingquarters – hat RWE Dea außerdem Lichtschranken installiert, die beim Durchschreiten automatisch für das Zuschalten der Beleuchtung und somit für ausreichende Helligkeit sorgen.
Überall dort, wo es dauerhaft hell sein muss, wurden die Lampen optimal ausgerichtet oder teilweise mit Lichtleitblechen ausgestattet. Die Anzahl der Lampen des Fluchtlaufstegs außerhalb der Spundwand der Bohr- und Förderinsel konnte auf die Hälfte reduziert werden, dauerhaft sind nur noch drei von ehemals 28 Leuchten in Betrieb, die restlichen 11 Leuchten können per Hand zugeschaltet werden.
Gesteuert werden die Leuchten von der Messwarte aus. Der Anlagenfahrer kann über das Prozessleitsystem eingreifen und die Helligkeit den Erfordernissen entsprechend anpassen. Um sicherzustellen, dass im Außenbereich Licht nicht unnötig leuchtet, schalten sich sämtliche Lampen bei ausreichendem Tageslicht vollständig aus. Wenn es dämmert, muss jeder Lichtbereich neu eingeschaltet werden.
Vorher-Nachher Vergleich der Beleuchtung auf Mittelplate
Um herauszufinden, ob die Maßnahmen greifen, hat RWE Dea eine Vorher-Nachher-Fotodokumentation erstellt. Die Mitarbeiter machten die Bilder jeweils bei Neumond, so dass die Ergebnisse nicht durch andere Lichtquellen verfälscht wurden. Schon auf den ersten Blick ist eine deutliche Verbesserung zu erkennen:
Westseite in 300m Entfernung: Vorher-Nachher Vergleich
Südseite aus 300m Entfernung: Vorher-Nachher Vergleich
Arbeitsschutz im Vordergrund der Beleuchtungsmaßnahmen
Bei sämtlichen Maßnahmen hatte der Arbeitsschutz Priorität. Dabei galt es vor allem, die Vorgaben der Allgemeinen Bundesbergverordnung einzuhalten. Der Germanische Lloyd, ein unabhängiger Sachverständiger für meerestechnische Anlagen, hat RWE Dea dies bescheinigt. Und nicht nur das: Das automatische Zuschalten der Beleuchtung durch Lichtschranken bezeichnete der Sachverständige als besonders gelungen.
