Referenzprojekte zur Demonstration der Machbarkeit

Ein wesentlicher Schritt zur Prüfung der Machbarkeit des Desertec-Konzepts ist die Entwicklung von Referenzprojekten. Dazu werden Kraftwerkskonzepte, die im Rahmen der Ausbauprogramme Erneuerbarer Energien in den MENA Staaten vorgeschlagen werden, von der Dii nach Desertec-Kriterien bewertet. Ein erstes Programm besteht seit Ende 2009 in Marokko. Ziel des Programms ist es, bis 2020 etwa 2.000 MW solarthermische Anlagen in Marokko zu errichten.
Die Konzepte für Referenzprojekte sollen zeigen, dass die schon heute zur Verfügung stehenden und eingesetzten Technologien auch in der EUMENA-Region wirtschaftlich und auch rechtlich/gesetzlich einsetzbar sind. Im Wesentlichen werden dabei vier Punkte erarbeitet:
- Analyse der regulatorischen Rahmenbedingungen für die Erzeugung, Durchleitung und Abnahme von Wüstenstrom aus der MENA Region in Europa.
- Ermittlung der Erzeugungskosten und notwendigen Energiemix.
- Bewertung von Kraftwerksstandorten, Netzanschlussmöglichkeiten und Erzeugungstechnologien in Kooperation mit verantwortlichen lokalen Institutionen.
- Auffinden von Abnehmern in Europa und Klärung der Abwicklung
Der Betreiber des Kraftwerks steht in der Verantwortung die finanziellen, vertraglichen, konstruktiven sowie operativen Maßnahmen zu ergreifen.
Die Rahmenbedingungen für ein erstes 500 MW Referenzkraftwerk in Marokko mit einer Stromdurchleitung nach Spanien werden von der Dii geschaffen. Weitere sollen folgen.
Erfahrungen im Einsatz der Desertec relevanten Technologien
Die Dii baut auf die bereits gemachten Erfahrungen der beteiligten Gesellschaften zu den relevanten Technologien auf. Im Wesentlichen sind dies solarthermische Kraftwerke mit Spiegeln in Form von Parabolrinnen. Windkraftanlagen sind die am weitesten fortgeschrittene Technologie mit vielfältigen Erfahrungen weltweit. Photovoltaik ist im Allgemeinen bekannt durch Dachinstallationen auf Wohnhäusern oder Hallen. Es sind aber auch Großanlagen von über 60 MW wie zum Beispiel in Nevada, USA im Betrieb.
Solarthermieanlagen gibt es mit vielfältigen Spiegeltechnologien, wie z.B. Solartürme, Fresnelanlagen oder Parabolrinnen. Bei Solartürmen richten mehrere Spiegel das Sonnenlicht auf einen zentralen Punkt in einem Turm, in dem eine Wärmeträgerflüssigkeit erhitzt wird. Im spanischen Sevilla werden bereits eine 10 MW und eine 20 MW Anlage betrieben. Fresnelanlagen sind in der Art ähnlich den Parabolrinnenanlagen, bei denen Spiegel das Sonnenlicht auf ein mit einer Wärmeträgerflüssigkeit gefülltes Rohr richten. Die beiden Anlagentypen unterscheiden sich nur in ihrer Spiegelgeometrie.
Fresnelanlagen sind in Spanien bereits im Betrieb. Die Parabolrinnenanlagen sind jedoch derzeit weiter entwickelt und mit weltweit fast 1000 MW gibt es bereits langjährige Betriebserfahrungen. Die größten Anlagen sind die Solarkraftwerke in der Mojave-Wüste von Amerika. Die größten europäischen Solarthermieprojekte wurden in Spanien umgesetzt.
Weiterführende Links:
RWE-Pressemitteilungen zu Andasol:
- Solarkraftwerk Andasol 3 produziert erstmals umweltfreundliche Energie (18.07.2011)
- Wichtiger Baufortschritt bei Solarkraftwerk Andasol 3: Turbine und Generator montiert (20.9.2010)
- Montage der Parabolrinnen-Kollektoren abgeschlossen (14.6.2010)
- Stadtwerke München und RWE Innogy realisieren Parabolrinnen-Kraftwerk in Spanien (10.7.2009)

