CANDU Technologie

Im Gegensatz zu den sonst in Europa in Betrieb befindlichen Leichtwasserreaktoren (Druckwasser- und Siedewasserreaktoren) verwendet der in Kanada entwickelte CANDU Reaktor Schwerwasser als Moderator und Kühlmittel und ermöglicht dadurch die Nutzung von Natururan als Brennstoff (CANadian Deuterium Uranium Reactor).

Glossar "Schwerwasser"

 

Der CANDU Reaktor folgt im Aufbau dem Prinzip eines Druckwasserreaktors. Im Reaktorkern wird das unter Druck stehende Kühlmittel an den Brennelementen - die das Natururan enthalten - aufgeheizt und dem Dampferzeugern zugeführt (Primärkreis). Der in einem separaten Kreislauf (Sekundärkreis) erzeugte Dampf wird dann auf eine Turbine geleitet, die den Generator antreibt, der den Strom produziert, der über einen Transformator in das Netz eingespeist wird.

Neben den betrieblichen Systemen, mit denen die Anlage im Normalbetrieb gefahren wird, verfügt der CANDU über unabhängige Sicherheitssysteme, die redundant und diversitär aufgebaut sind.

Glossar "Redundanz" und "Diversität"

Die Sicherheitssysteme gewährleisten die Verfügbarkeit der notwendigen Funktionen (Abschaltung und Kühlung des Reaktors), um Störungen im Anlagenbetrieb sicher zu beherrschen. Die Sicherheitsphilosophie und Auslegung der Systeme basiert dabei auf international anerkannten Prinzipien (Barrierenkonzept und defence-in-depth).

 

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Die CANDU Technik, die in Cernavoda 3 und 4 zum Einsatz kommen wird (sog. CANDU6), profitiert dabei von den Erfahrungen aus den in jüngster Zeit errichteten Anlagen in Wolsong (Korea, 1999), Qinshan (China, 2003) und insbesondere des am Standort Cernavoda im November 2007 in Betrieb genommenen Blocks 2. Darüber hinaus ist der Hersteller AECL im Rahmen von Nachrüst- und Wiederinbetriebnahmeprojekten an mehreren Anlagen weltweit aktiv, so dass die notwendige Kompetenz und Qualifizierung für das Projekt Cernavoda auch bei den Zulieferern gewährleistet ist.

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Die CANDU Technologie wird seit den frühen 1960er Jahren in Kanada von AECL (Atomic Energy of Canada Limited) entwickelt und ist in über 40 Anlagen in 7 Ländern erfolgreich in Betrieb. Dabei fließen die Erfahrungen aus Bau und Betrieb kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Technik ein. Um den höchsten Standard von Sicherheit und Technik zu gewährleisten, werden bestehende Anlagen fortlaufend nachgerüstet und neue Anlagen auf Basis aktueller Erkenntnisse und modernster verfügbarer Technologien ausgelegt.

Um den Erfahrungsaustausch sicherzustellen, sind die CANDU Betreiber zusammen mit AECL in der so genannten CANDU Owners Group (COG) organisiert, die ihrerseits Mitglied in der weltweiten Betreiberorganisation WANO ist (World Association of Nucelar Operators). Die COG gestaltet darüber hinaus die Öffentlichkeitsarbeit und unterstützt die Genehmigungsbehörden mit diversen Projekten, z.B. durch unabhängige Audits von Qualitätssicherungsmaßnahmen.