Moderne Kraftwerkstechnik

Zoom Standort Niederaußem, 20 Kilometer nordwestlich von Köln. Neun gewaltige Kraftwerksblöcke machen ihn zum größten Energiestandort der RWE. Gemeinsam produzieren sie fast 4.000 Megawatt – genug Energie für vier Millionen Haushalte. Einer der Riesen sticht dabei besonders hervor: die „BoA“, 173 Meter hoch und ein Meilenstein in der fossilen Stromerzeugung. Mit einem Wirkungsgrad von größer 43 Prozent arbeitet dieses „Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Anlagentechnik“ rund ein Drittel effizienter als herkömmliche Anlagen. Ein Rekordwert – und zugleich klares Bekenntnis zur Zukunftsfähigkeit der Braunkohleverstromung.

 

Bedeutende Fortschritte

Wie viele andere Neuentwicklungen, die RWE schon seit Jahrzehnten aus der Theorie in die Praxis umsetzt, fußen auch die BoA-Kraftwerksblöcke auf bewährter Technik: Die Stromerzeugung erfolgt zwar grundsätzlich nach demselben Prinzip wie in herkömmlichen Anlagen, jedoch mit bedeutenden Weiterentwicklungen in den einzelnen Anlagenteilen und Verfahrensschritten. So werden Druck und Temperatur des Dampfs deutlich angehoben. Zusätzliche Wärmetauscher fangen einen Teil der in den Rauchgasen enthaltenen Restwärme auf – und führen sie in den Prozess der Stromerzeugung zurück.

Zoom Energieverluste reduzieren

Alle Verfahrensschritte sind so aufeinander abgestimmt, dass Energieverluste im Kraftwerksprozess auf das technisch und wirtschaftlich mögliche Minimum reduziert sind. Die eingesetzte Braunkohle wird so besser genutzt, der Wirkungsgrad steigt und der CO2-Ausstoß je erzeugter Kilowattstunde sinkt entsprechend. Insgesamt ersparen die BoA-Kraftwerksblöcke der Umwelt dadurch bis zu acht Millionen Tonnen CO2 jährlich. 2003 ging die BoA Niederaußem ans Netz.

In 2012 sind zwei weitere Kraftwerksblöcke dieser Art (BoA 2/3), diesmal am Standort Neurath im Kreis Neuss, in Betrieb gegangen. Sie sind mit einem Wirkungsgrad von größer 43 % die modernsten Braunkohlekraftwerke der Welt. Mit neuen, hochwertigen Stählen werden höhere Drücke und Temperaturen erreicht; die großen Schaufelräder der Turbinen sind erstmals aus Titan gefertigt. So steigt der Wirkungsgrad der Stromerzeugung um mehr als 30 Prozent im Vergleich zu Altanlagen, die für BoA 2&3 stillgelegt wurden. In 15 Minuten kann jeder Block der BoA 2&3 seine Leistung um mehr als 500 MW reduzieren beziehungsweise erhöhen.

Auch in anderen Bereichen der fossilen Stromerzeugung nutzt RWE State-of-the-Art-Technologie für noch mehr Effizienz und weniger Emissionen. Moderne, mit Erdgas befeuerte Gas- und Dampfkraftwerke (GuD-Kraftwerke) mit kombinierter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bringen es auf einen Nutzungsgrad von etwa 80 Prozent. Dabei sind die Strom- und Wärmeerzeugung optimal aufeinander abgestimmt, was ein deutliches Plus an Effizienz bedeutet.

Zoom Effizienzsprung

Während die Forschungsergebnisse von gestern heute in der Praxis angewendet werden, steckt bei RWE die nächste Technologiegeneration bereits in der vorkommerziellen Erprobung. Beispiel Braunkohle: Geplante Kraftwerke mit Kohlevortrocknung erreichen im Vergleich zur BoA in Niederaußem einen um bis zu vier Prozentpunkte höheren Wirkungsgrad. Beispiel 700-Grad-Kraftwerk: Hier arbeiten RWE-Ingenieure an einem vergleichbaren Effizienzsprung bei Kohlekraftwerken durch die Erhöhung der Dampfparameter Druck und Temperatur.

Hohe Investitionen

In den letzten Jahren hat RWE Milliardenbeträge in den Neu- und Umbau von fossilen Kraftwerken investiert. Auf dem Weg zu weniger Rohstoffverbrauch und verbessertem Klimaschutz kommt der Forschungs- und Entwicklungsarbeit dabei auch zukünftig eine große Bedeutung zu. Für eine Vielzahl von Projekten und Versuchen greift RWE auf eigene Versuchs- und Laboreinrichtungen zurück. So werden z.B. Materialproben unter Produktionsbedingungen in den RWE Kraftwerken getestet und die Qualität der Kraftwerkskohlen in eigenen Laboren chemisch und mineralogisch analysiert.

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