Erhöhung der Dampfparameter
Weniger Brennstoffeinsatz, weniger CO2-Ausstoß – eine neue Generation von Braun- und Steinkohlekraftwerken mit einem Wirkungsgrad von mehr als 50 Prozent stellt im Sinne einer nachhaltigen und umweltschonenden Entwicklung einen großen Fortschritt dar. Mit der "Component Test Facility for a 700 °C Power Plant" (COMTES700) im Gelsenkirchener Steinkohlekraftwerk Scholven rückt dieses Ziel ein großes Stück näher.
Gemeinsam mit Partnern im In- und Ausland und gefördert durch die Europäische Union testen die Ingenieure in der COMTES700 die Materialien und Kraftwerkskomponenten von morgen – Bauteile, die auch bei Temperaturen von mehr als 700 °C und hohen Drücken zuverlässig eingesetzt werden können.
Ziele gesteckt
Warum 700 °C? Wer gegenüber dem heutigen Standard die Dampfzustände in Kohlekraftwerken auf ein solches Temperaturniveau erhöht und zugleich einen Druck von 350 bar erreicht, treibt auch die Effizienz nach oben. In der Theorie um vier Prozentpunkte. In bisherigen Anlagen wie dem neuen Steinkohledoppelblock in Hamm sind maximal 46 Prozent möglich. Zukünftige Kraftwerke werden Wirkungsgrade jenseits von 50 Prozent erreichen. Der europäische Durchschnitt liegt mit ca. 36 Prozent weit darunter. Die Entwicklung effizienzsteigernder Technologien für ein 700-Grad-Kraftwerk ist für RWE daher ein wichtiges Ziel.
Erkenntnisgewinn
Neben RWE-eigenen Anlagen spielt die Testeinrichtung in Gelsenkirchen bei der Entwicklung entsprechender Komponenten eine entscheidende Rolle. Drei Jahre lang erprobten die Ingenieure spezielle Rohrleitungen, Armaturen und dickwandige Spezialbauteile. Um den hohen Temperaturen standhalten zu können, sind sie größtenteils aus Werkstoffen auf Nickelbasis gefertigt. Darüber hinaus sammelt RWE wichtige Erkenntnisse über das Dehn,- Dampfoxidations- und Rauchgaskorrosionsverhalten der Komponenten. Die umfangreichen Auswertungen werden bis 2011 abgeschlossen.

