2000-2008

Von Multi Utility zum fokussierten Energieversorger

TESSAG, Technische Anlagen und Services AGLogo der Tessag 

2000

RWE strafft die Strukturen im Bereich Industriesysteme (bislang: Maschinen-, Anlagen- und Gerätebau): Im Februar 2000 wird die LAHMEYER AG auf die RWE AG verschmolzen. Die Beteiligungen des traditionsreichen Frankfurter Unternehmens an der Heidelberger Druckmaschinen AG und an verschiedenen Elektrizitätsversorgern halten nun die RWE AG bzw. die RWE Energie. Die verbleibenden energienahen Geschäftsfelder des Bereichs Industriesysteme führt die im Herbst 1999 gegründete TESSAG Technische Anlagen und Services AG, Frankfurt/Main.


Im Juni einigen sich die deutschen Kernenergiebetreiber mit der Bundesregierung über die Rahmenbedingungen zum weiteren Betrieb und zur Entsorgung der deutschen Kernkraftwerke. Deren Laufzeit wird durch Festlegung der Strommengen befristet, die in den einzelnen Anlagen noch erzeugt werden können. RWE verzichtet auf die Wiederinbetriebnahme des seit 1988 aufgrund genehmigungsrechtlicher Probleme still liegenden Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich und die in diesem Zusammenhang erhobenen Schadenersatzanspruch gegen das Land Rheinland-Pfalz. Dafür erhält das Unternehmen ein Strommengen-Kontingent von 107,25 Terawattstunden, das auf andere Anlagen übertragen werden kann.


RWE-Chef Dr. Dietmar Kuhnt und VEW-Chef Gert Maichel bei der Pressekonferenz zur Fusion von RWE und VEW, 2000Fusion von RWE und VEW, 2000 

Nach rund zwölfmonatiger Vorbereitungszeit fusionieren die benachbarten Energie- und Entsorgungskonzerne RWE und VEW mit Wirkung zum 1. Oktober 2000 zur „neuen“ RWE. Dabei erhält der RWE-Konzern eine neue Struktur: Unterhalb der Holding RWE AG entstehen aus der RWE Energie AG, der VEW Energie AG und der Westfälischen Ferngas AG (WFG) mehrere Tochtergesellschaften entlang der Wertschöpfungskette: RWE Power (Kraftwerke mit Ausnahme Braunkohle), RWE Net (Stromnetze), RWE Trading (Stromhandel), RWE Plus (Stromvertrieb) und RWE Gas (Gas).


Struktur des neuen RWE-Konzerns Oktober 2000RWE Konzern-Struktur 2000 

In der neuen RWE Systems werden Querschnittfunktionen wie IT und Einkauf gebündelt. Daneben gehören die aus der Fusion der „alten“ RWE Umwelt und der VEW-Tochter Edelhoff entstandene „neue“ RWE Umwelt, die RWE Dea sowie die nun als RWE Rheinbraun firmierende Rheinbraun AG zum Kerngeschäft des Konzerns. Gleichzeitig gibt sich RWE einen komplett einheitlichen Markenauftritt mit der ersten Wort-Bild-Marke in der Unternehmensgeschichte. Die außerhalb des Kerngeschäfts stehenden Unternehmen Hochtief, Heidelberger Druckmaschinen und Harpen werden als Finanzbeteiligungen geführt.


Die Fusion RWE-VEW ist mit Auflagen des Bundeskartellamts verbunden. Die „neue“ RWE muss zahlreiche Beteiligungen verkaufen, darunter die Mehrheitsbeteiligung an der ostdeutschen Braunkohlegesellschaft Laubag und die namhaften Beteiligungen an dem ostdeutschen Verbundunternehmen VEAG und dem großen Wasserversorger Gelsenwasser.


Thames Water-Mitarbeiter in LondonThames Water 

Nachdem im November die Aktionäre das Übernahmeangebot angenommen haben, kann RWE den britischen Wasserversorger Thames Water plc, London, erwerben und steigt damit zum drittgrößten Wasserversorger der Welt auf. Thames Water verfügt neben dem regulierten Stammgeschäft mit Wasser- und Abwasserdienstleistungen im Großraum London über zahlreiche internationale Aktivitäten unter anderem in den USA, Australien und Asien. Thames Water wird Führungsgesellschaft und übernimmt die Steuerung des deutschen Wassergeschäftes der RWE.


2001

Im Zuge der Konzentration der RWE auf die vier Kerngeschäftsfelder Strom, Gas, Wasser und Entsorgung einigen sich RWE und Shell im März, die Verarbeitung und den Vertrieb von Mineralöl in Deutschland in einer neuen Gesellschaft zusammenzufassen, der Shell & DEA Oil GmbH, Hamburg. Die RWE-DEA Aktiengesellschaft für Mineralöl und Chemie bringt mit ihren Raffinerien und ihrer Vertriebsstruktur rund 3.700 Mitarbeiter in das Gemeinschaftsunternehmen ein. Beide Partner halten vorerst jeweils 50 Prozent an der Shell & DEA Oil. Kurz zuvor hatte RWE-DEA bereits seine unter Condea firmierenden Chemieaktivitäten verkauft. Damit verbleiben nur die Aufschluss- und Gewinnungsaktivitäten für Öl und Gas sowie die Gasspeicherbetriebe bei RWE, die seitdem als RWE Dea AG firmieren. Im Juli 2002 verkauft der RWE-Konzern schließlich seinen 50-prozentigen Anteil an der Shell & DEA Oil an Shell.


Motiv der Imagekampagne imagine 2001Image-
kampagne 2001 

Im Mai startet die neue RWE-Dachmarkenkampagne unter dem Motto „imagine“ mit verschiedenen Anzeigenmotiven und viel beachteten TV-Spots. Wie Umfragen belegen, gibt die Kampagne dem Konzern ein sympathisches und unverwechselbares Profil.


Die Netzgebiete der vier Ursprungsunternehmen der SüwagNetzgebiete der Ursprungs-
unternehmen
der Süwag
(PDF) 

Im Südwesten Deutschlands baut RWE Plus ihre Marktstellung aus: Im Juni fasst sie ihre Tochtergesellschaften Main-Kraftwerke AG, Frankfurt/Main, Kraftversorgung Rhein-Wied AG, Neuwied, Aktiengesellschaft für Energiewirtschaft, Bad Homburg und Kraftwerk Altwürttemberg AG, Ludwigsburg, zur Süwag Energie AG, Frankfurt/Main, zusammen. Mit rund 1.800 Mitarbeitern versorgt das Unternehmen rund 850.000 Kunden mit Strom und Gas. Im Dezember kann RWE Plus ihren Anteil an dem saarländischen Versorger VSE auf eine Mehrheitsposition aufstocken. Das Unternehmen versorgt mit rund 1.600 Mitarbeiter große Teile des Saarlandes mit Strom und Gas.


Innerhalb des Konzerns werden einige Aufgaben neu verteilt. RWE Plus konzentriert sich auf das Stromgeschäft mit Privat- und Gewerbekunden, die Betreuung von Stadtwerken und die Steuerung der regionalen Vertriebsgesellschaften. Das Stromgeschäft mit Industrie- und Sondervertragskunden geht auf die TESSAG über. Sie kann damit speziell auf dieses Kundensegment abgestimmte Komplettlösungen über das gesamte Spektrum von Energie- und energienahen Dienstleistungen anbieten. Das Unternehmen wird kurze Zeit später in RWE Solutions AG umbenannt.


American Water-Monteure überprüfen einen HydrantenAmerican Water-Monteure 

2002

Im Januar stimmen die Aktionäre des größten börsennotierten US-amerikanischen Wasserversorgers American Water Works Company, Vorhees/New Jersey, dem Übernahmeangebote der RWE zu. Das Unternehmen verfügt über knapp 16 Millionen Kunden in den USA und Kanada, die von rund 6.600 Mitarbeitern betreut werden. Da die Behörden aller vom Unternehmen ver- bzw. entsorgten US-Bundesstaaten die Übernahme genehmigen müssen, kann die Akquisition erst im Januar 2003 abgeschlossen werden. American Water wird Tochterunternehmen von Thames Water.


RWE-Gastransportnetz und Gasbeteiligungen in TschechienRWE-Gasaktivitäten in Tschechien 

RWE gewinnt das Bieterverfahren um die Privatisierung der tschechischen Gaswirtschaft. Neben fast allen Anteilen an der Ferngasgesellschaft Transgas A.S., Prag, erhält RWE die Mehrheit an sechs regionalen Gasversorgern und Minderheitsbeteiligungen an zwei weiteren. Mit insgesamt über vier Millionen Endkunden rückt RWE auf Platz vier unter den europäischen Gasversorgern auf.


Harpen-Windpark Las Planas in SpanienHarpen-Windpark 

RWE und RAG tauschen Beteiligungen im Energiegeschäft: Während RWE ihren Anteil von knapp 15 Prozent an der RAG-Kraftwerksgesellschaft Steag verkauft, erwirbt sie im Gegenzug knapp 24 Prozent der Anteile an der Harpen AG. Damit hält RWE knapp 95 Prozent an dem Dortmunder Traditionsunternehmen, das nun als Spezialist für regenerative und dezentrale Energieerzeugung stärker in den Konzern eingebunden wird. Im Rahmen eines so genannten Squeeze-Out-Verfahrens übernimmt RWE 2005 schließlich auch die restlichen Harpen-Aktien.


Im Februar geben Kartellamt und Aufsichtsräte grünes Licht für die Zusammenführung des städtischen Energieversorgers GEW Köln und der Strom-, Gas- und Wasseraktivitäten der RWE in der Region Köln/Bonn zur GEW RheinEnergie AG, Köln, (seit 2005 nur noch RheinEnergie) RWE hält insgesamt 20 Prozent der Anteile am neuen Unternehmen, das rund 1,7 Millionen Menschen versorgt:


Mitarbeiterin im npower-Call CenterMitarbeiterin npower 

Ende März gibt RWE ein Übernahmeangebot für den britischen Energieversorger Innogy plc, Swindon, ab. Das Unternehmen verfügt über einen Kraftwerkspark mit insgesamt 9.600 Megawatt Leistung und versorgt unter der Marke npower knapp fünf Millionen Kunden in Nord- und Mittelengland mit Strom sowie knapp zwei Millionen Kunden mit Gas. Bis Ende Mai haben fast alle Aktionäre das RWE-Angebot angenommen. Das Unternehmen wird in den RWE-Konzern integriert und firmiert seit Mai 2004 als RWE npower.


Trinkwasseraufbereitungsanlage der RWWTrinkwasser- aufbereitungsanlage 

Im April kann RWE seine seit 1912 gehaltene Beteiligung an der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft RWW in Mülheim an der Ruhr auf eine Mehrheit aufstocken. Das Unternehmen versorgt rund eine Million Menschen im westlichen Ruhrgebiet, im Münsterland und im Bergischen Land.


Infolge des Korruptionsskandals um den Bau der Kölner Müllverbrennungsanlage übernimmt RWE Anfang Juni die Anteile der Familie Trienekens an der bislang gemeinsam gehaltenen Trienekens AG, Viersen. Das Unternehmen wird auf die RWE Umwelt AG verschmolzen, der Sitz der „neuen“ RWE Umwelt wird von Essen nach Viersen verlagert.


Das erste Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Anlagentechnik (BoA) in NiederaussemBoA in Niederaussem 

In Anwesenheit von Bundeskanzler Gerhard Schröder nimmt RWE im September 2002 in Niederaußem das erste Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Anlagentechnik (BoA) in Betrieb. Die in vier Jahren errichtete Anlage mit rund 1.000 Megawatt Leistung ist mit einem Wirkungsgrad von 43 Prozent besonders effizient.


Logo der enviaM 

RWE fasst im Juni ihre ostdeutschen Regionalversorger envia Energie Sachsen Brandenburg und MEAG Mitteldeutsche Energie zur envia Mitteldeutsche Energie enviaM mit Sitz in Chemnitz zusammen. Das Unternehmen versorgt mit 4.600 Mitarbeitern 1,6 Millionen Kunden in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.


RWE übernimmt im Dezember die Mehrheit an dem polnischen Energieversorger STOEN S.A., der die Hauptstadt Warschau mit Strom beliefert. Seit Mai 2007 firmiert das Unternehmen als RWE Stoen.


Über Highland Energy ist RWE Dea an eine Beteiligung am Gasfeld Windermere gekommenRWE Dea - Windermere 

RWE Dea übernimmt den britischen Gasproduzenten Highland Energy und bekommt damit erstmals Zugang zu Gasvorkommen in der britischen Nordsee. Das in RWE Dea UK Ltd. umbenannte Unternehmen verlegt seinen Sitz nach London.


2003

RWE übernimmt im Januar 49 Prozent der Anteile und die unternehmerische Führung des slowakischen Energieversorgers VSE a.s., Kosice. Die Verträge waren im Juli 2002 unterzeichnet worden.


Flüssigerdgasspeicher Nievenheim der ThyssengasThyssengas Nievenheim 

Nachdem RWE Mitte 2000 weitere 25 Prozent der Anteile an der Thyssengas GmbH, Duisburg, von Esso übernommen hat, kann der Konzern im März von Shell die restlichen 25 Prozent an der Thyssengas erwerben und das Ferngasunternehmen integrieren.


Im Zuge der Fokussierung auf das europäische Energiegeschäft entschließt sich RWE zum Ausstieg aus dem US-Steinkohlenbergbau und bringt die Consol Energy Inc., Wilmington/Delaware, an die Börse. Die letzten Anteile an dem Unternehmen, an dem der Konzern seit mehr als zwei Jahrzehnten beteiligt ist, werden 2004 abgegeben.


Neue Struktur des RWE-Konzerns, Oktober 2003RWE Struktur, Oktober 2003 

RWE erwirbt von westfälischen Kommunen und Gebietskörperschaften deren restliche Anteile an der RWE Gas AG. Dadurch wird eine Neustrukturierung des Konzerns im Oktober möglich, die RWE schlagkräftiger und kundennäher machen soll: Die Zahl der Führungsgesellschaften sinkt von 13 auf sieben. Die RWE AG konzentriert sich als schlankes Group Center auf Konzern steuernde Aufgaben. Der kontinentaleuropäische Kraftwerkspark (fossil, nuklear, regenerativ) und die Förderung von Braunkohle werden in der „neuen“ RWE Power AG, Essen/Köln, gebündelt. Das Unternehmen führt auch die Bereiche „erneuerbare Energien“ (Harpen) sowie „Aufschluss und Gewinnung von Öl und Gas“ (RWE Dea).


Regionalgesellschaften in DeutschlandRegionalgesellschaften in Deutschland 

Das Netz- und Vertriebsgeschäft für Strom und Gas (das heißt die Aktivitäten der RWE Plus, RWE Gas und RWE Net) sowie das bislang von Thames Water geführte Wassergeschäft in Deutschland und den kontinentaleuropäischen Ländern wird in der neuen Führungsgesellschaft RWE Energy AG, Dortmund, zusammengeführt. Unter ihrem Dach werden zwölf Netz- und Vertriebsregionen für Strom und Gas gebildet, die jeweils von einer Regionalgesellschaft geführt werden.


Regionalgesellschaften im AuslandRegionalgesellschaften im Ausland 

In Deutschland sind dies neben Lechwerke, enviaM, Süwag und VSE die neu geschaffene Unternehmen RWE Rhein-Ruhr AG, Essen, und RWE Westfalen-Weser-Ems AG, Dortmund. Für die Übertragungsnetze in Deutschland werden die RWE Transportnetz Strom, Dortmund, und die RWE Transportnetz Gas, Essen, gebildet. RWE Solutions ist der RWE Energy AG zugeordnet.


Parallel dazu übernimmt RWE Trading das Stromhandelsgeschäft der RWE Innogy in Großbritannien. Die Führungsgesellschaften RWE Thames Water, RWE Umwelt und RWE Systems bleiben von der Umstrukturierung unberührt.


Der erste britische Off-Shore Windpark North HoyleWindpark North Hoyle 

Vor der walisischen Küste nimmt RWE Innogy den ersten britischen Windpark auf offener See (Off-Shore-Windpark) in Betrieb. Die Anlage North Hoyle leistet mit ihren 30 Windrädern insgesamt 60 Megawatt, genug Strom, um 50.000 Haushalten zu versorgen.


2004

RWE treibt die Fokussierung auf das Kerngeschäft weiter voran: Der Konzern verkauft im Februar seine Mehrheitsbeteiligung an dem größten deutschen Baukonzern Hochtief und im Mai seine Mehrheitsbeteiligung an dem weltgrößten Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck AG an institutionelle Investoren.


Müllwagen der RWE UmweltRWE Umwelt 

2005

RWE leitet die Veräußerung ihrer Umweltaktivitäten ein. Nach Erteilung der Kartellamtsgenehmigung vollzieht RWE Ende Februar den Verkauf der RWE Umwelt mit rund 70 Prozent ihres Geschäftsvolumens an die Rethmann AG & CO KG. Die restlichen 30 Prozent der früheren RWE Umwelt-Aktivitäten werden im Herbst an strategische Investoren abgegeben.


Im Rahmen der Fokussierung auf die Kerngeschäftsfelder wird die RWE Solutions-Gruppe neu ausgerichtet. RWE trennt sich in diesem Zusammenhang von der Piller GmbH (Unterbrechungsfreie Stromversorgung), der Starkstrom-Gerätebau GmbH (Transformatorenbau), der RWE Mechatronics (Komponentenfertigung) und der RWE Schott Solar (Photovoltaik). Die bislang RWE Solutions zugeordnete Gas-, Strom- und Dampfversorgung von Industriekunden wird in die neu gegründete RWE Key Account GmbH, Essen, ausgegliedert, die direkt der RWE Energy unterstellt ist. Im Mai 2006 verkauft RWE schließlich die RWE Solutions-Gruppe (SAG, Nukem, RWE Industrie-Lösungen, Lahmeyer International und RWE Space Solar Power) an die Investmentgesellschaft Advent International.


Grundsteinlegung für die beiden BoA-Blöcke in Neurath, August 2006BoA Grundsteinlegung 

RWE Powersetzt die Erneuerung ihres Kraftwerksparks fort: Im September fällt der Entschluss zum Bau eines zweiten hoch effizienten Braunkohlenkraftwerks mit optimierter Anlagentechnik (BoA) am Standort Neurath. Der Doppelblock wird eine Leistung von 2 x 1050 Megawatt haben. Die Bauarbeiten starten Anfang 2006, die Anlage soll 2010 ans Netz gehen.


Computermodell des Steinkohlendoppelblocks in HammComputermodell Hamm 

Im November gibt das Unternehmen den Bau eines hoch effizienten Doppelblock-Steinkohlenkraftwerks mit 2 x 800 Megawatt Leistung in Hamm bekannt. Die Anlage soll 2011/12 in Betrieb gehen. Beide Kraftwerke sollen Altanlagen ersetzen, die geringere Wirkungsgrade haben, wodurch der CO2-Ausstoß deutlich reduziert werden kann.


Das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Great YarmouthKraftwerk Great Yarmouth 

RWE npower erwirbt die Great Yarmouth Power Ltd, die das gleichnamige Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Norfolk betreibt. Die 2002 in Betrieb gegangene Anlage leistet 420 Megawatt und gehört zu den modernsten Kraftwerken in Großbritannien.


Erdölbohr- und Förderplattform Mittelplate, hier noch mit Abtransport des Öls per SchiffMittelplate 

Im November nimmt RWE Dea die Pipelineanbindung ihrer Erdölbohr- und –förderinsel Mittelplate in Betrieb. Die Pipeline zwischen Insel im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und der Landstation Dieksand macht rund 2000 Schiffsbewegungen pro Jahr zum Abtransport des auf Mittelplate geförderten Rohöls überflüssig. Weiterer ökologischer Nutzen: Die Pipeline erlaubt eine Erhöhung der Förderkapazität des Feldes Mittelplate auf insgesamt 2,5 Millionen Tonnen Rohöl, so dass die Ölförderung in dem ökologisch sensiblen Gebiet zehn Jahre früher als geplant auslaufen kann.


Um sich noch stärker auf die zusammenwachsenden Strom- und Gasmärkte in Europa konzentrieren zu können, beschließt RWE im November die Trennung vom britischen und nordamerikanischen Wassergeschäft. Im Dezember 2006 wird Thames Water an ein Konsortium unter Führung der australischen Bank Macquarie verkauft. Demgegenüber soll American Water an die Börse gebracht werden.


2006

Die Neuordnung der Harpen AG wird im Mai abgeschlossen. Das Geschäft mit der Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen wird in die RWE Power integriert. Das Geschäftsfeld Dezentrale Energieerzeugung geht an die RWE Energy. Das letzte bei der Harpen AG verbliebene Geschäftsfeld Immobilien verkauft RWE im Oktober an zwei britische Immobillienfonds.


Computersimulation des geplanten CO2-armen KohlekraftwerksCO2-armes Kohlekraftwerk 

Im Rahmen ihrer Klimaschutzaktivitäten will RWE technisches Neuland betreten: RWE Power gibt den Bau des weltweit ersten großtechnischen CO2-armen Kohlekraftwerks bekannt. Die Anlage mit integrierter Kohlevergasung und CO2-Abtrennung wird voraussichtlich eine Brutto-Leistung von etwa 450 Megawatt haben und könnte 2014 ans Netz gehen. Teil des Projektes ist die sichere Einlagerung des abgespaltenen CO2 in geeigneten geologischen Formationen.


LNG-TankerLNG-Tanker 

RWE baut ihr Gasgeschäft aus. Im Juni erfolgt der Einstieg in den Markt für verflüssigtes Erdgas durch die Beteiligung an einer geplanten Anlage zur Regasifizierung von „Liquefied Natural Gas“ (LNG) im Rotterdamer Hafen. Der Konzern ist an einem ähnlichen LNG-Projekt auf der kroatischen Insel Krk beteiligt. Darüber hinaus baut bzw. plant RWE zusammen mit dem Partner Excelerate Energy Terminals in Teesside und Wilhelmshaven, in denen LNG für den britischen bzw. deutschen Gasmarkt regasifiziert und in das Leitungsnetz eingespeist wird.


Gasexploration mit Seismikmesswagen in der SaharaSeismikmesswagen in der Sahara 

Die Ausweitung der Explorationsaktivitäten von RWE Dea in Nordafrika trägt erste Früchte: Das Unternehmen findet in Algerien erstmals Erdgas und in Libyen erstmals Erdöl. Im benachbarten Ägypten ist RWE Dea seit 1974 bei der Suche und Förderung von Erdöl und Erdgas aktiv.


Computersimulation des GuD-Kraftwerks in LingenGuD-Kraftwerk in Lingen 

RWE setzt die im Vorjahr gestartete Investitionsoffensive fort. Im April gibt RWE Power Planungen zur Errichtung eines Doppelblock-Steinkohlenkraftwerks an der Emsmündung in Eemshaven/Niederlande bekannt. Die Anlage mit einer Leistung von rund 1.600 Megawatt Leistung soll 2012 in Betrieb gehen. Im November gibt das Unternehmen den Bau eines Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerks (GuD) mit einer Leistung von 876 Megawatt am bestehenden Kraftwerksstandort in Lingen bekannt. Im Juli 2007 beginnt die Errichtung der Anlage, die bereits 2009 ans Netz gehen soll.


RWE investiert auch in die Stromerzeugung aus regenerativer Energiequellen: RWE npower beginnt in Großbritannien mit dem Bau von drei Windparks mit einer Gesamtkapazität von 100 Megawatt, Sie sollen 2008 den ersten Strom liefern.


Pressetermin zum Betriebsbeginn im Braunkohlenabbaufeld Garzweiler IIPressetermin Garzweiler II 

Im Juni beginnt RWE Power mit dem Förderbetrieb im Abbaufeld Garzweiler II. Es schließt nahtlos an den Tagebau Garzweiler an und enthält auf einer Fläche von 48 Quadratkilometern einen Kohlevorrat von 1,3 Milliarden Tonnen Braunkohle. Mit der Förderaufnahme geht eine über 20 Jahre andauernde Planungs- und Vorbereitungsphase zu Ende. In den kommenden vier Jahrzehnten soll das neue Abbaufeld rund 40 Prozent der Förderung des rheinischen Braunkohlenreviers bestreiten und unter anderem die Versorgung der im Bau befindlichen BoA-Doppelblock-Anlage in Neurath sichern.


eprimo-Logoeprimo-Logo 

RWE geht neue Wege beim Vertrieb von Strom und Gas. Der Konzern erwirbt von seiner Beteiligung Überlandwerk Groß-Gerau die eprimo GmbH, Neu-Isenburg, die bundesweit per Internet Strom an Privat- und Geschäftskunden vertreibt. Das Unternehmen hat rund 150.000 Kunden und nimmt bald auch den Vertrieb von Gas auf.


RWE und der niederländische Transportnetzbetreiber Tennet planen einen deutlichen Ausbau der grenzüberschreitenden Transportkapazitäten zwischen dem deutschen und dem niederländischen Stromnetz. Die Unternehmen wollen eine 60 Kilometer lange 380 kV-Kuppelleitung zwischen Doentichem/Niederlande und Wesel bauen. Sie wird aufgrund der langwierigen Genehmigungsverfahren frühestens 2013 in Betrieb gehen.


2007

Die neu geschaffene RWE Gas Midstream GmbH, Essen, nimmt ihre Arbeit auf. Im Unternehmen fasst RWE ihre nicht regulierten Aktivitäten im so genannten Gas-Midstreamgeschäft zusammen. Damit soll die Wettbewerbsposition des Konzerns im wachsenden Gasgeschäft deutlich gestärkt werden. So ist die RWE Gas Midstream unter anderem für das Geschäft mit verflüssigtem Erdgas (LNG) verantwortlich. Im April 2008 wird das Unternehmen mit der RWE Trading zur RWE Supply & Trading GmbH, Essen, zusammengeführt.


Verlauf der geplanten RWE-GastransportleitungGeplante RWE-Gaspipeline 

RWE will mit dem Bau einer Gaspipeline zwischen Tschechien und Belgien neue Impulse auf dem europäischen Gasmarkt setzten. Die 760 Kilometer lange Leitung zwischen Sayda und Eynatten würde eine direkte Verbindung zwischen dem tschechischen und dem deutschen Gastransportnetz der RWE Energy schaffen. Die projektierte Pipeline ermöglicht die Lieferung zusätzlicher Gasmengen aus Russland sowie aus dem Nahen und Mittleren Osten nach Deutschland, Großbritannien und die Benelux-Länder. Die Pipeline soll im Herbst 2011 den Betrieb aufnehmen und jährlich 5 Milliarden Kubikmeter Gas transportieren.


RWE will ihre Investitionsoffensive zur Erneuerung des Kraftwerksparks in Deutschland weiter fortsetzen: Im Juli beschließt RWE Power den Bau eines dritten hocheffizienten Doppelblock-Steinkohlenkraftwerks an dem bestehenden Kraftwerksstandort Ensdorf im Saarland. Das Kraftwerk mit 2 x 800 Megawatt Leistung ist baugleich mit der geplanten Anlage in Hamm und soll spätestens 2012 Strom liefern. Da das Vorhaben bei einer Bürgerbefragung keine Mehrheit findet, gibt RWE das Projekt im Dezember auf.


Computersimulation des geplanten Steinkohlekraftwerks BlythSimulation Kraftwerk Blyth 

Auch jenseits des Kanals in Großbritannien investiert RWE in neue Kraftwerke: Im Mai beschließt RWE npower den Bau eines Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD-Kraftwerk) mit einer Leistung von 1650 Megawatt in Staythorpe/Nottinghamshire. Die Anlage soll 2010 ans Netz gehen. Wenige Wochen später gibt das Unternehmen den Bau eines baugleichen GuD-Kraftwerks in Pembroke an der walisischen Küste bekannt, das 2011 in Betrieb gehen soll. Darüber hinaus prüft RWE npower den Bau von zwei hoch effizienten Steinkohlekraftwerken am bestehenden Kraftwerksstandort Tilbury an der Themsemündung in Südengland (1.600 Megawatt) und am ehemaligen Kraftwerksstandort Blyth, unmittelbar an der Nordseeküste, nahe Newcastle (2.400 Megawatt). Beide Anlagen würden auf die Mitverbrennung von Biomasse ausgelegt und für die Abtrennung von CO2 vorbereitet.


Baustelle zur Erweiterung des Laufwasserkraftwerks der RADAG am OberrheinRADAG am Oberrhein 

RWE baut zudem die Kapazitäten bei der Stromerzeugung aus regenerativen Energien weiter aus: In Großbritannien beginnt RWE npower mit dem Bau ihres zweiten großen Off-Shore-Windparks Rhyl Flats vor der walisischen Küste .(90 Megawatt). In Frankreich nimmt RWE Power im Juli zwei Windparks mit zusammen 20 Megawatt Leistung in Betrieb und plant in Polen den Bau von zwei Windparks mit zusammen 70 Megawatt Leistung. Und im rheinischen Braunkohlenrevier nimmt RWE Power zudem sein erstes Biogaskraftwerk mit einer Leistung von 716 Kilowatt in Betrieb. Am Oberrhein bei Albbruck-Dogern beginnt die RWE-Gesellschaft RADAG mit dem Neubau eines Laufwasserkraftwerks, das bis Ende 2009 die bestehende Anlage auf eine Gesamtleistung von über 100 Megawatt bringen wird.


2008

RWE beteiligt sich an einem der wichtigsten Infrastrukturprojekte zur Sicherung der europäischen Gasversorgung. Der Konzern wird sechster strategischer Konsortialpartner für Planung und Bau der Nabucco-Pipeline, die Erdgasvorkommen in der Kaspischen Region und im Nahen und Mittleren Osten über die Türkei mit Südost- und Mitteleuropa verbinden soll.


RWE Innogy-Windpark Mynydd Gorddu in WalesRWE Innogy-Windpark in Wales 

RWE verstärkt ihr Engagement im Bereich der Stromerzeugung aus regenerativen Energieträgern. Die bislang in verschiedenen Konzerngesellschaften gebündelten Kompetenzen und Aktivitäten unter anderem in Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien werden in der neu geschaffenen RWE Innogy GmbH, Essen, zusammengeführt. Das Unternehmen geht mit 600 Mitarbeitern und einer Erzeugungskapazität von 1.500 Megawatt an den Start. Bald folgen erste Projekte zum Bau neuer Windparks in Ungarn und vor der niederländischen Küste und eine Beteiligung an der Entwicklung eines Meeresströmungskraftwerks.