Köln/Vianden, 16. Dezember 2014, RWE Power Diese Presseinformation ist mehr als zwei Jahre alt

Kommerzieller Betrieb gestartet: Maschine 11 im Pumpspeicherkraftwerk Vianden stellt ab sofort 200 MW zur Verfügung



  • Mit der neuen Maschine hat der luxemburgische Kraftwerksstandort nun 1.300 MW und den leistungsstärksten Stromspeicher im deutschen Netz

  • Ausbau der Anlage dokumentiert erfolgreiche Kooperation von RWE und SEO

Strom effizient und umweltfreundlich speichern. Das ist ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Energiewende. Seit heute stehen dafür im luxemburgischen SEO- Pumpspeicherkraftwerk Vianden mit der kommerziellen Inbetriebnahme von Maschine 11 zusätzliche 200 Megawatt zur Verfügung. Der Kraftwerksstandort wird von den Partnern RWE und Société Électrique de l’Our (SEO) betrieben. Er ist der leistungsstärkste Stromspeicher für das deutsche Netz und liefert einen wichtigen Beitrag für die Versorgungssicherheit privater und industrieller Stromverbraucher.

Mit der neuen Maschine verfügt das Pumpspeicherkraftwerk nun über eine Leistung von insgesamt 1.300 MW. Damit kann der komplette Strombedarf von rund 2,5 Millionen Haushalten für fast 6 Stunden gedeckt werden. Pumpspeicherkraftwerke können schnell und flexibel die schwankende Einspeisung von Windrädern und Photovoltaik ausgleichen. Das Kraftwerk gibt dafür zusätzlich benötigte Leistung ins Netz ab, oder nimmt überschüssige Leistung auf. Wenn die Sonne scheint, kann zum Beispiel allein Maschine 11 die Einspeisung von über 40.000 Photovoltaikanlagen speichern und ersetzen, wenn es dunkel wird. Die Leitung und die technische Unterstützung des gesamten Projekts mit einer Bauzeit von fünf Jahren erfolgte unter Federführung der Sparte Wasserkraft der RWE Generation gemeinsam mit den Projektpartnern SEO und Enovos. Bei der feierlichen Einweihung der Anlage zu Beginn des Probebetriebs Anfang November nahmen der luxemburgische Großherzog Henri von Luxemburg und der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck teil.

Dr. Ulrich Hartmann, Vorstandsmitglied der RWE Generation und RWE Power, erklärt: „RWE hat sein Engagement für die europäische Energieversorgung seit Ende der 50er Jahre immer wieder unter Beweis gestellt. Ob mit der Entscheidung für den Standort Vianden oder auch mit dem Bau der Wasserkraftwerke an der europäischen Wasserstraße Mosel. Die Erweiterung des luxemburgischen Kraftwerks ist ein weiterer Schritt in diese Richtung“. Grundlage sei die lange vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen RWE, SEO und Luxemburg, die der gemeinsamen Investitionsentscheidung von RWE Power und ENOVOS voran ging. Hartmann weiter: „Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist kein Selbstläufer. Erforderlich sind dafür ein abgestimmter Netzausbau, eine intelligente Steuerung des Verbrauchs sowie ein flexibler konventioneller Kraftwerkpark und Backup-Kapazitäten“. Angesichts der dramatisch gefallenen Großhandelspreise stehen gerade letztere unter erheblichem wirtschaftlichen Druck. „Wir brauchen daher ein neues Marktdesign, das das Miteinander der Energieträger auskömmlich organisiert“.

SEO-Verwaltungsratspräsident Tom Eischen betont, die Geschwindigkeit der Veränderungen stelle Europa vor die ständige Herausforderung, seinen Energiemix so zu organisieren, dass der steigende Anteil der erneuerbaren Energien zusammen mit dem bestehenden Kraftwerksparkund den Pumpspeicherkraftwerken mittel- und langfristig eine nachhaltige, wirtschaftliche und auch sichere Stromversorgung garantieren kann. „Die Herausforderung für die SEO wird in diesem Zusammenhang darin liegen, den Betrieb aller Maschinen so effizient wie möglich zu gestalten und damit einen wirtschaftlichen Betrieb des Kraftwerks zu gewährleisten“.

Parallel zur neuen Pumpturbine wurde die Kapazität des Oberbeckens um 500.000 Kubikmeter erweitert. Dadurch kann eine Energiemenge in einer Größenordnung von 375 MWh gespeichert werden – vergleichbar mit der Kapazität der Akkus von 15.000 Kompakt-Elektroautos.

Der logistische Aufwand für den Bau der Maschine 11 war enorm. Schließlich fand die Erweiterung des Pumpspeicherkraftwerks im laufenden Betrieb statt. Über 3.000 Mitarbeiter von Partnerfirmen waren an den Arbeiten beteiligt. Wie die bestehenden Maschinen wurde auch Maschine 11 als Kavernenkraftwerk in den Nikolausberg gebaut. 7.500 Tonnen Stahl, 50.000 Kubikmeter Beton und rund 50 Kilometer Kabel wurden verbaut. Herzstück der Anlage ist die vertikale Pumpturbine. Sie alleine hat mit einer Höhe von über 11 Metern ein rotierendes Gewicht von 500 Tonnen.


Für Presserückfragen: Laura Hoeboer-Schneider
Presse RWE Power AG
T 0201 12-22342

Großherzog Henri v. Luxemburg und Bundespräsident Joachim Gauck bei Einweihung der M11
Großherzog Henri v. Luxemburg und Bundespräsident Joachim Gauck bei Einweihung der M11

Luftaufnahme Staumauer-Bivels
Luftaufnahme Staumauer-Bivels

Luftaufnahme Unterbecken und Oberbecken
Luftaufnahme Unterbecken und Oberbecken


Weiterführende Informationen als Links:
Video der Einweihung im November
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