Florian, Auszubildender zum Elektroniker für Betriebstechnik mit Studium der Elektrotechnik im Schwerpunkt Energietechnik

Ausbildungsberuf: Elektroniker für Betriebstechnik mit Studium der Elektrotechnik im Schwerpunkt Energietechnik
Lehrjahr/Semester: 2. Lehrjahr / 4. Semester

 

 

 

Der Ausbildungsbeginn:

Warum haben Sie sich für Ihren Ausbildungsberuf entschieden?

Aufgrund mehrerer Praktika und meiner Begeisterung für Physik und Mathematik während der Schulzeit habe ich überlegt, dass mir ein handwerklicher bzw. technischer Beruf vermutlich sehr viel Spaß machen würde. Schnell fiel mein Augenmerk auf den Bereich der Elektrotechnik. Da ich außerdem das Bestreben hatte, zusätzlich zu studieren, mich aber nicht entscheiden konnte, ob ich zuerst eine Ausbildung machen oder direkt studieren sollte, beschloss ich, ein duales Studium zu absolvieren. Große Vorteile eines dualen Studiums sind beispielsweise die verkürzte Gesamtzeit für beide Abschlüsse oder auch die sehr gute Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis.

Warum haben Sie sich für die RWE entschieden?

Zu Beginn meiner Bewerbungsphase habe ich mich über die unterschiedlichen Modelle des dualen Studiums von verschiedenen Unternehmen informiert. Ich wurde sehr schnell auf RWE als einen der größten Ausbildungsbetriebe und eines der bekanntesten Unternehmen in der Region aufmerksam. Über die Internetseite erhielt ich Informationen über den Verlauf der dualen Ausbildung im Unternehmen. Der Wechsel von festgelegten Ausbildungs- und Studienzeiten gefiel mir sehr gut, da man sich dadurch besser auf die jeweiligen Bereiche konzentrieren kann. Außerdem erfuhr ich, dass bereits seit vielen Jahren eine Kooperation mit der Technischen Fachhochschule Bochum (TFH) besteht und der Studiengang extra für das duale Studium angepasst wurde. Dadurch ist eine bessere Verknüpfung beider Lerngebiete als bei einem allgemeinen Studium gegeben. Neben diesen Vorteilen des von RWE angebotenen Modells, stand für mich auch die Chance in einem großen Unternehmen meine Ausbildung zu machen und auch später dort zu arbeiten auf der Vorteilsseite. Das Unternehmen ermöglicht eine gute Ausbildung und bietet vielseitige Einsatzmöglichkeiten nach der Ausbildung.

Wie verlief Ihr erster Ausbildungstag und wie haben Sie sich dabei gefühlt?

An meinem ersten Ausbildungstag war ich natürlich aufgeregt, auch wenn ich die Ausbilder und einige Azubis bereits auf vorhergehenden Informationsveranstaltungen kennen gelernt habe. Zu Beginn wurden erst einmal viele unterschiedliche Personen vorgestellt. Nach weiteren Informationen und vielen organisatorischen Dingen ging es in die Ausbildungswerkstatt, wo die Ausbilder die Stimmung mit einigen Witzen auflockerten, wodurch alle etwas entspannter wurden. Am Ende des Tages war ich froh, dass doch alles gar nicht so schlimm war, wie ich vorher befürchtet hatte. Ich freute mich auf den nächsten Tag, um die anderen Azubis und die Ausbilder näher kennen zu lernen.

Die Ausbildungsinhalte und der Ausbildungsablauf:

Wie sieht Ihr typischer Ausbildungstag bei RWE aus?

Ein typischer Ausbildungstag beginnt meist mit einer kurzen Besprechung mit unserem Ausbilder. Wir gehen gemeinsam durch, was an diesem Tag zu tun ist, welche Aufgaben wir alleine erledigen können und für welche Fachinhalte wir einen Ausbilder brauchen. Danach werden, je nach anstehender Aufgabe, entweder theoretische oder praktische Arbeiten erledigt. Beispielsweise zeichnen wir Schaltungsunterlagen für eine Garagentorsteuerung, welche wir später in der Werkstatt aufbauen und verdrahten. An einem normalen Ausbildungstag wechseln sich meist Aufgaben, die man am Schreibtisch erledigt mit Arbeiten in der Werkstatt ab. Dadurch wird das Arbeiten interessanter, da man nicht die ganze Zeit das Gleiche macht.

Wie muss man sich Ihre Zeit im Studium vorstellen?

Während der Studienzeiten haben wir einen festen Stundenplan mit den unterschiedlichen Fächern. Meist dauert eine Vorlesung drei Stunden, und oftmals schließt sich eine Übung im selben Fach an. In der Vorlesung werden die Grundlagen des Faches vom Dozenten vorgestellt und auch bereits mit Beispielen verknüpft. Da die Kurse an der TFH relativ klein sind, ist es kein Problem während der Vorlesung direkt Fragen zu stellen. In den Übungen werden dann meist Rechenaufgaben, passend zum jeweiligen Stand in der Vorlesung, durchgenommen. Diese dienen zur Ergänzung und Festigung des in der Vorlesung gelernten Stoffes. Zwischen den Vorlesungen bleibt meist Zeit, um sich auf die nächste Vorlesung vorzubereiten, sich mit Kommilitonen auszutauschen oder etwas zu essen. Neben den Vorlesungen und Übungen gibt es meist pro Semester in ein oder zwei Fächern ein Praktikum, in dem Versuche zu Themen der Vorlesung gemacht werden, welche man vorbereiten und im Anschluss an den Versuch auswerten muss. Dies sind zum Beispiel Versuche der Messtechnik, in denen elektronische Schaltungen auf Strom, Spannung oder Leistung untersucht werden oder auch Praktika, in denen das Verhalten von Motoren analysiert wird. Durch diese Versuche, in denen man selber aktiv werden kann, wird das Verständnis von Zusammenhängen gefördert.

Wie sind Ihre Arbeitszeiten (Schichtarbeit? Bereitschaftsdienst?)?

Wir haben in unserer Ausbildungswerkstatt flexible Arbeitszeiten, arbeiten normalerweise aber von 06:30 Uhr bis 15:30 Uhr, mit einer Frühstücks- und einer Mittagspause in der Kantine. Die Regelarbeitszeit pro Tag beträgt 7,6 Stunden. Wenn man mehr Stunden pro Tag arbeitet, kann man diese nach Absprache an einem anderen Tag als Überstunden nehmen.

Ihre Kollegen/Ihr Team:

Mit wem verbringen Sie die meiste Zeit?

Die meiste Zeit arbeite ich mit den anderen ApS‘lern zusammen, da wir sowohl in der Ausbildungs- als auch in der Studienzeit zusammen sind. Während der Ausbildungszeit arbeite ich außerdem mit den anderen Azubis meines Lehrjahres oder der anderen Lehrjahre zusammen, je nachdem, wer gerade in der Werkstatt ist.

Wie viele Personen haben mit Ihnen gemeinsam die Ausbildung begonnen?

In meinem Lehrjahr sind insgesamt 18 Azubis. 5 davon absolvieren ein duales Studium.

Ihr Arbeitsumfeld:

Wie sieht Ihre Arbeitsumgebung (z. B. Büro, Kraftwerk etc.) aus?

Während der Ausbildungszeit sind wir meist in einer extra für die Elektronikerausbildung eingerichteten Lehrwerkstatt, in der wir unsere Schaltungen aufbauen können und auch Räume zum Lernen haben. Auch gibt es während dieser Zeit Aufenthalte im Betrieb. Die sehen dann ganz unterschiedlich aus, zum Beispiel im Versorgungsnetzbereich, also auch in Umspannanlagen oder in der Netzplanung.

Was ist Ihr am häufigsten genutztes Arbeitsmittel/Werkzeug? Bitte skizzieren Sie dieses doch auf einem Blatt Papier.

Wie sieht Ihre typische Arbeitskleidung aus?

In der Ausbildungswerkstatt ist das Tragen von Sicherheitsschuhen und einer Arbeitshose Pflicht. Manchmal ist es im Betrieb auch notwendig Handschuhe, Helm oder eine Schutzbrille zu tragen.

Besonderheiten Ihrer Ausbildung:

Was war Ihr schönstes oder lustigstes Erlebnis im Rahmen Ihrer Ausbildung?

Ein besonders schönes Erlebnis war die Aktion der Ausbildungswerkstatt beim A40 Stillleben in Essen im Jahr 2010. Für diesen Tag hatten wir geplant, kleine Taschenlampen in einem Kugelschreibergehäuse durch die kleinen Besucher unter unserer Anleitung bauen zu lassen. Allerdings haben wir nicht damit gerechnet, dass so viele Menschen vorbeikommen. Deshalb mussten wir früh für Nachschub an Bauteilen sorgen, was an einem Sonntag nicht ganz einfach war. Es war auch lustig zu sehen, wie viele Väter die halb fertigen Taschenlampen ihrer Kinder zusammenbauen mussten und dabei fast verzweifelt sind.

Wovon hätten Sie nicht erwartet, dass es im Rahmen Ihrer Ausbildung auf Sie zukommt (Positives/Negatives)?

Ich hatte vor Beginn der Ausbildung nicht damit gerechnet, dass die Azubis so viele zusätzliche Projekte neben dem Ausbildungsalltag erledigen können. So gibt es zum Beispiel jedes Jahr soziale Projekte, bei denen beispielsweise Räume von Kindergärten oder Schulen saniert werden oder das Sommerfest einer Schule für Schüler mit körperlichen Beeinträchtigungen, das von uns unterstützt wurde und uns viel Freude bereitet hat.
Leider ist aufgrund der zeitlichen Verkürzung unserer Ausbildung die Zeit im Betrieb außerhalb der Lehrwerkstatt sehr kurz. Ich hatte gehofft, dass man mehr von der wirklichen Arbeit der Facharbeiter und Ingenieure mitbekommt.