Kernkraftwerke

Deutschland hat die gesellschaftliche Grundentscheidung getroffen bis Ende 2022 aus der Energieversorgung durch Kernkraftwerke auszusteigen. Die RWE Nuclear GmbH trägt bis zu den gesetzlich definierten Abschaltzeitpunkten mit dem Kraftwerk Emsland in Lingen (1.306 MW netto) und Block C des Kernkraftwerks Gundremmingen (1.288 MW netto) als flexibler Partner der erneuerbaren Energien zur CO2-freien Versorgungssicherheit in Deutschland bei.
Darüber hinaus betreibt die RWE Nuclear GmbH an den Standorte Lingen, Biblis und Gundremmingen dezentralen Zwischenläger, in denen abgebrannte Brennstäbe bis zu ihrer Endlagerung zwischengelagert werden. Die Verantwortung für die Zwischenläger wird im Rahmen der Neuordnung der kerntechnischen Entsorgung in 2019 an den Bund übertragen. An den Standorten Lingen, Mülheim Kärlich, Biblis und Gundremmingen befindet sich kerntechnische Anlagen im Abbau bzw. laufen Genehmigungsverfahren hierfür.

Neuordnung Verantwortung kerntechnische Entsorgung
Im Sommer 2017 ist das Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung in Kraft getreten, das die Verantwortung für die Entsorgung im  Kernenergiebereich zwischen dem Bund und den Kraftwerksbetreibern neu aufteilt. Das Gesetz entspricht weitgehend den im April 2016 vorgelegten Empfehlungen der „Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs“, die von der Bundesregierung eingesetzt worden war.
 
Künftig wird der Bund die Abwicklung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung radioaktiver Abfälle übernehmen, während die Zuständigkeit für die Stilllegung und den Rückbau der Anlagen sowie die Verpackung der radioaktiven Abfälle bei den Unternehmen verbleibt. Die auf den Bund übergegangenen Aufgaben werden aus einem Fonds finanziert, den die Kraftwerksbetreiber mit 23,6 Mrd. € zu dotieren haben. RWE hat zum 1 Juli 2017 eine Summe von 6,8 Mrd. € gezahlt und damit den Grundbetrag und den Risikoaufschlag geleistet. Darüber hinaus wurde im Juni 2017 auf der Grundlage des Gesetzes ein öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen dem Bund und den Kernkraftwerksbetreibern geschlossen werden, der den Unternehmen Vertrauensschutz gewährt.