Klimakonferenz geht mit einem Erfolg zu Ende – Umweltverbände bleiben dennoch kritisch

Am Samstag, 15. Dezember, ist - mit einem Tag Verspätung - die Weltklimakonferenz in Kattowitz zu Ende gegangen. Im Mittelpunkt standen diesmal nicht die publikumswirksamen Klimaziele, sondern das notwendige Handwerkszeug, um die in Paris verabschiedeten Ziele überprüfbar zu machen – ein sogenanntes „Rulebook“ zur Messung und Reporting von Emissionen. Das ist nicht spektakulär, aber unerlässlich für die Funktion der Klimaschutzarchitektur, da es erstmals die CO2-Minderungsbeiträge der Unterzeichnerstaaten vergleichbar macht.

Was wurde im Detail verabschiedet?
Zwei Wochen wurde im polnischen Kattowitz verhandelt. Zentrales Ergebnis ist die Einigung auf ein Regelwerk zur Messung von Emissionen. Das Regelwerk umfasst darüber hinaus auch Details zum Prozess, wie die Nationalstaaten ihre Emissionen melden müssen. Notwendig wurde das Regelwerk durch die Beschlüsse auf der Klimakonferenz von Paris in 2015. Dort hatten alle Unterzeichnerstaaten des sogenannten „Paris-Abkommens“ vereinbart, ihre nationalen Pläne über die geplanten Beiträge zum globalen Klimaschutz – die „Nationally Determined Contributions“ (NDCs) –vorzulegen. Die Zielerreichung und Überarbeitung dieser an sich freiwilligen Beiträge wird alle fünf Jahre überprüft. Bisher hatten sich die Unterzeichnerstaaten des Paris-Abkommens jedoch noch nicht auf eine einheitliche Methodik zur Messung von Treibhausgasemissionen und damit der Zielerreichung geeinigt. Diese Methodik festzulegen war der Auftrag der Klimakonferenz von Kattowitz. Am vergangenen Samstag wurde das sogenannte „Paris Rulebook“ verabschiedet.

Umweltverbände trotz erfolgreicher Konferenz unzufrieden

Die Klimakonferenz von Kattowitz war damit – gemessen an ihrem Auftrag – ein Erfolg. Die Umweltverbände waren dennoch mit den Ergebnissen nicht zufrieden. Sie hatten sich die Verkündung ambitionierterer Ziele und nationaler Minderungsbeiträge erhofft. Dies war jedoch nicht Teil des eigentlichen Auftrags der Konferenz. Tatsächlich wurden auf dieser jedoch neben dem „Paris Rulebook“ noch weitere Themen diskutiert. Dabei ging es neben der Frage, ob der globale Temperaturanstieg auf 1,5°C begrenzt und damit das in Paris beschlossene Ziel verschärft werden soll, auch um die Anpassung der nationalen Ziele sowie die Finanzierung von Klimaschutzprojekten.

Einigkeit gab es nur bei der Finanzierung von Klimaschutzprojekten. So sollen bis 2025 jährlich 100 Milliarden Euro für Klimaschutzprojekte durch die Industrieländer angestoßen werden. Dies müssen allerdings nicht zwingend staatliche Gelder sein, sondern können auch Investitionen von Unternehmen oder Darlehen sein.

Es gab jedoch keinen Beschluss, die Klimaschutzziele anzupassen. Das im Rahmen des Paris-Abkommens beschlossene Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius, im Idealfall auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, bleibt bestehen. Genau das gleiche gilt für die freiwilligen, durch alle Unterzeichnerstaaten des Paris-Abkommens abzugebenden geplanten Beiträge zum Klimaschutz, obwohl diese noch nicht mit dem Temperatur-Ziel des Abkommens kompatibel sind.

Wie geht es weiter?

Ende 2019 oder Anfang 2020 wird die nächste Klimakonferenz in Chile stattfinden. Bei dieser Konferenz soll der Fokus wieder mehr auf den globalen und nationalen Zielen liegen. Insbesondere der Vorschlag, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5°C zu begrenzen und den Empfehlungen aus dem jüngsten IPCC-Report zu folgen, dürfte auf der COP25 in Chile diskutiert werden.

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