Entstehung und Abbau

Entstehung

Der Ursprung der Braunkohle geht auf die Pflanzenwelt und die vor Jahrmillionen entstandenen Torfmoore zurück, die im Lauf der Erdgeschichte mehrfach von Meeres- und/oder Flussablagerungen (Sand/Kies) überdeckt wurden.

Die Hauptepoche der Entstehung der Braunkohle ist die Mitte des Tertiärs, das Miozän. Je nach Revier schwankt das Alter der Braunkohle zwischen 6 und 45 Millionen Jahren.

 

Vorkommen

Die gesamten Braunkohlenvorkommen in Deutschland belaufen sich auf etwa 77 Mrd. t. Davon sind nach heutigem Stand der Tagebautechnik und der Energiepreise – bezogen auf eine international festgelegte Definition zur Bewertung von Lagerstätten – etwa 40 Mrd. t. als gewinnbar klassifiziert. In genehmigten und erschlossenen Tagebauen sind etwa 4,4 Mrd. t. verfügbar.

Die Lagerstätten sind im Wesentlichen in drei Regionen konzentriert; dies sind das Rheinland, die Lausitz und das Gebiet zwischen Helmstedt und Leipzig/Halle (Mitteldeutschland).

 

Geologische Verhältnisse

Das lockere Deckgebirge über der Kohle besteht im Wesentlichen aus Sand, Kies und Ton sowie -im Rheinland und in Mitteldeutschland- als oberste Schicht aus Löss mit z.T. mehreren Metern Mächtigkeit. Diese geologischen Verhältnisse lassen einen wirtschaftlichen Abbau der Braunkohle nur im Tagebau zu.


Im Einzelnen wird die Wirtschaftlichkeit der Braunkohlengewinnung vornehmlich durch die Tiefenlage der Vorkommen, bergmännisch Teufe genannt, bestimmt. Weiterhin spielen die Mächtigkeit der Flöze, die Zusammensetzung der Deckgebirgsschichten und die Art der Oberflächennutzung, insbesondere die Besiedlung, eine wichtige Rolle.

 

Tagebautechnik

In den ersten Jahrzehnten der Braunkohlengewinnung hatte sich der Abbau naturgemäß auf die Vorkommen konzentriert, die besonders dicht unter der Erdoberfläche lagerten. In der Folgezeit mussten immer größere -als Abraum bezeichnete- Deckgebirgsmassen im Verhältnis zur geförderten Kohle abgetragen werden. 2013 betrug das Leistungsverhältnis zwischen Abraum und Kohle im Bundesdurchschnitt 5 : 1 (jeweils m³ Abraum zu t Kohle).

Durch die Konzentration auf große Abbaufelder, neue Konzepte des Tagebauzuschnitts und die Weiterentwicklung der Gerätetechnik war es möglich, diese Erschwernisse weitgehend auszugleichen und die Kohlenpreise wettbewerbsfähig
zu halten.

Schemazeichnung eines Tagebaus aus dem rheinischen Revier