Braunkohlenabbau im rheinischen Revier

Braunkohlennutzung im Wandel

Im rheinischen Revier wird bereits seit dem 18. Jahrhundert Braunkohle gefördert. Mit dem Bau der ersten Brikettpresse in 1877 im Rheinland war der Grundstein für einen großen Industriezweig gelegt. Hinzu kam ab 1910 die Verwendung der Braunkohle in Kraftwerken zur Stromerzeugung.
Mit Beginn der 50er Jahre war der Einsatz der Braunkohle einem grundlegenden Wandel unterworfen. Bis Anfang der 60er Jahre bildeten Brennstoffe für die Beheizung von Wohnungen den Schwerpunkt. Mehr als die Hälfte der geförderten Kohle diente der Herstellung von Briketts. Mit dem Vordringen von Heizöl und Erdgas auf dem Wärmemarkt wurden Festbrennstoffe immer weiter ersetzt. Schon seit Mitte der siebziger Jahre stellt der Einsatz der Braunkohle in Kraftwerken die dominierende Verwendungsform dar.

Verstromung als Haupteinsatzbereich

Im Jahr 2013 wurden mit 87 Mio. t rund 90 % der im rheinischen Revier gewonnenen Braunkohle in Kraftwerken zur Strom- und Wärmerzeugung genutzt. Die Braunkohlenkraftwerke werden grundsätzlich in der Grundlast gefahren, d.h. sie laufen rund um die Uhr. Durch den Verbund von Tagebau und Kraftwerk bieten die Anlagen auf Braunkohlenbasis ein Höchstmaß an Versorgungssicherheit. Gleichzeitig wird die öffentliche Infrastruktur durch den Transport der Rohbraunkohle praktisch nicht belastet. Im Rheinland sind Braunkohlenkraftwerke mit einer Brutto-Engassleistung von über 10.000 Megawatt im Betrieb. Die Anlagen, die über hochmoderne Einrichtungen zur Rauchgasreinigung verfügen, erzeugten 2013 rund 70 Mrd. kWh Strom. Dies entsprach 11 Prozent der gesamten Brutto-Stromerzeugung in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen basiert jede zweite erzeugte Kilowattstunde Strom auf dem Einsatz der rheinischen Braunkohle.

Veredlungsprodukte und ihre Verwendung

Der neben den Kraftwerken wichtigste Einsatzbereich für die Rohbraunkohle ist die Veredlung zu Briketts, Staub, Wirbelschichtbraunkohle und Koks. RWE Power verfügt über die drei Veredlungsanlagen Fortuna-Nord, Ville/Berrenrath und Frechen. Dort wurden in 2013 über 11 Mio. t Rohbraunkohle zu 1,2 Mio. t Briketts, 3,2 Mio. t Staub, 0,4 Mio. t Wirbelschichtbraunkohle und 0,2 Mio. t Koks weiter verarbeitet. Braunkohlenprodukte werden an private Haushalte zur Wärmeerzeugung sowie in verschiedenen Industriebereichen (z.B. zur Dampferzeugung in Kesselanlagen, zur Herstellung von Prozesswärme, in der Abgas- und Abwasserreinigung ...) erfolgreich eingesetzt. Einheimische Braunkohlenprodukte sind langfristig kalkulierbar und unabhängig von außenpolitischen Entwicklungen.
Die Braunkohlenprodukte aus dem rheinischen Revier werden von der Rheinbraun Brennstoff GmbH (RBB), Köln, vertrieben. RBB, eine 100-prozentige Tochter der RV Rheinbraun Handel und Dienstleistungen GmbH, ist zu 100 Prozent mit der RWE Power verbunden.

Spannungsfeld Tagebau - Region

Der Braunkohlenbergbau ist unvermeidlich mit Eingriffen in den Lebensraum von Menschen und Natur verbunden. Die gesamte Braunkohlenplanung ist ein mehrstufiger Prozess, der vier bis fünf Jahrzehnte in die Zukunft reicht. Nach der Auskohlung erfolgt die Rekultivierung mit dem Ziel, die Flächen wieder nutzbar zu machen und ihnen ihren regionalen Charakter wieder zu verschaffen. Dies erreicht man unter anderem durch die Ansiedlung landschaftstypischer Tier- und Pflanzenarten.

Weitere Informationen siehe unter www.debriv.de

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