
Wer rund um den Tagebau Garzweiler lebt, erlebt den Strukturwandel jeden Tag: Auf der einen Seite liegt die vertraute Szenerie des Braunkohletagebaus. Auf der anderen drehen sich Windenergieanlagen, daneben erstrecken sich große Photovoltaikfelder.
Entlang der Autobahn 44 zwischen Jüchen und Jackerath wächst Schritt für Schritt ein neuer Energiekorridor. An einem Ort, der seit Jahrzehnten für eine sichere Energieversorgung steht, investiert RWE heute in Wind- und Solarenergie. Das Bild der Region verändert sich sichtbar.
Doch beim Übergang in eine neue Energiewelt muss längst nicht alles neu beginnen. Infrastruktur, technisches Know-how und die Erfahrung als Energiestandort sind längst vorhanden. Darauf kann das Rheinische Revier aufbauen.
Über Jahrzehnte haben die Menschen hier Energie für Wachstum und Wohlstand bereitgestellt. Heute verändert sich, wie sie diese Energie erzeugen: nicht mehr allein mit Braunkohle, sondern vor allem durch Windenergie, Photovoltaik und Speichertechnologien.
Netzausbau muss Schritt halten
Dieser Wandel nimmt rasant Fahrt auf. 2025 verzeichnete Nordrhein-Westfalen bei der Windenergie mit rund 1.300 Megawatt Nettozuwachs ein Rekordjahr. RWE baut und betreibt in Nordrhein-Westfalen derzeit 17 Windparks, elf große Photovoltaikanlagen und mehrere Batteriespeicher. Weitere Projekte sind geplant – die meisten davon im Rheinischen Revier.
Damit aus vielen neuen Anlagen ein verlässliches Energiesystem wird, braucht es jedoch mehr als Wind und Solar. Es braucht leistungsfähige Netze. Denn das Tempo beim Netzausbau entscheidet maßgeblich darüber, ob die Energiewende gelingt.
Wertschöpfung bleibt in der Region
Entscheidend ist auch, was vor Ort ankommt. Und zwar ganz konkret in Euro und Cent. Zustimmung entsteht dort, wo Menschen erleben, dass die Energiewende ihrer Stadt und ihrer Region einen spürbaren Nutzen bringt.
Deshalb setzen wir bei RWE auf Beteiligung und Partnerschaften. Am Tagebau Hambach sind die umliegenden Kommunen über die Neuland Hambach GmbH an drei Solaranlagen beteiligt. Mit Städten wie Bedburg und Jüchen entwickelt RWE neue Wind- und Solarprojekte am Tagebau Garzweiler. Allein mit der Stadt Bedburg betreibt und baut RWE rund 150 Megawatt Windleistung.
Das bringt den Kommunen zusätzliche Einnahmen und hält Wertschöpfung in der Region. Das Geld kann vor Ort in Infrastruktur, Bildung, Kultur oder Vereine fließen. So wächst das Neue buchstäblich auf dem Boden des Alten.
Dazu gehören auch Arbeitsplätze. Neue Wind- und Solaranlagen müssen Menschen planen, bauen, betreiben und warten. Im neuen RWE-Instandhaltungszentrum für Wind- und Solaranlagen bei Hambach arbeiten deshalb auch Kolleginnen und Kollegen aus der Braunkohle eng mit Beschäftigten aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien zusammen. Erfahrung aus der bisherigen Energieerzeugung trifft dort auf neues Wissen über Wind- und Solartechnik. So bleiben Know-how und Arbeitsplätze in der Region.
Aus Tradition wird Zukunft
Über Generationen war das Rheinische Revier die Energieregion Deutschlands. Und genau das kann es bleiben. Die Voraussetzungen sind da: Infrastruktur, Flächen und vor allem Menschen, die wissen, wie Energieversorgung funktioniert.
Nun kommt es darauf an, daraus neue wirtschaftliche Perspektiven zu entwickeln. Wenn Wertschöpfung in der Region bleibt, Kommunen an Projekten teilhaben und neue Energieprojekte Arbeit und Investitionen bringen, dann kann das Rheinische Revier auch in Zukunft ein Motor für Nordrhein-Westfalen und Deutschland sein.
Die Technologien verändern sich. Die Erfahrung der Region bleibt. Auch der Wettbewerb „NRW – Wirtschaft im Wandel“ zeigt, wie viele neue Ideen hier entstehen. Jetzt kommt es darauf an, daraus konkrete Projekte zu machen und diese entschlossen umzusetzen.
Damit das Rheinische Revier bleibt, was es seit Generationen ist: Energie- und Wirtschaftsregion.
© Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH. Alle Rechte vorbehalten. Erscheinungsdatum: 02.10.2026