- Diversifizierung des Portfolios: Reguliertes Netzgeschäft wird neben Erneuerbaren Energien und flexibler Erzeugung dritter Investitionsschwerpunkt
- RWE erwirbt mittelbaren Anteil von 35 % am Übertragungsnetzbetreiber Amprion für 3,6 Milliarden Euro und erhöht damit Gesamtbeteiligung auf 55 %
- Eigenkapitalmaßnahme im Umfang von bis zu 10 % des Grundkapitals zur Finanzierung im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens eingeleitet
- Transaktionen sollen das Ergebnis je Aktie von RWE von Beginn an erhöhen
- RWE bekräftigt Investitionspläne von 35 Milliarden Euro weltweit in Erneuerbare Energien, Batteriespeicher und flexible Erzeugung sowie die geplante jährliche Dividendenerhöhung um 10 %
- Zusätzlich investiert RWE über die Beteiligung an Amprion 6,5 Milliarden Euro bis 2031 in den Ausbau der deutschen Netzinfrastruktur
Essen, 22. Juni 2026
RWE hat eine Übereinkunft mit fünf Gesellschaftern von M31 getroffen, um von ihnen mittelbare Anteile an Amprion, einem der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber, zu erwerben. Nach Vollzug wird die Gesamtbeteiligung von RWE an Amprion auf insgesamt 55 % steigen. Der Gesamtkaufpreis für alle Akquisitionen beläuft sich auf 3,6 Milliarden Euro.
Amprion betreibt ein 11.000 Kilometer langes Höchstspannungsnetz, mit dem Strom für rund 29 Millionen Menschen und wichtige Industriestandorte von der Nordsee bis zu den Alpen transportiert wird. Damit nimmt Amprion eine zentrale Rolle im deutschen Energiesystem ein. Zum Gelingen der Energiewende ist ein massiver Ausbau des Übertragungsnetzes in den kommenden Jahren nötig. Die hierfür erforderlichen hohen Investitionen wird RWE mitfinanzieren.
Dr. Markus Krebber, CEO der RWE AG: „Wir erweitern das RWE-Portfolio um Netzinfrastrukturgeschäft. Durch die Aufstockung unserer Beteiligung an Amprion und die Bereitstellung zusätzlicher Mittel zum Ausbau des Übertragungsnetzes in Deutschland ergeben sich für uns weitere attraktive Wachstumsmöglichkeiten. Diese ergänzen unsere bestehenden Investitionspläne für Erneuerbare Energien, Speicher und flexible Erzeugung. Damit tragen wir substanziell zum Ausbau eines resilienten und robusten Energiesystems in Deutschland bei. Mit Umsetzung der angekündigten Kapitalmaßnahme sind auch die zusätzlichen Investitionen bis 2031 abgesichert. Die Transaktionen steigern das Ergebnis pro Aktie ab dem ersten Tag. Für 2031 wollen wir unser Ziel von 4,40 Euro auf 4,55 Euro je Aktie erhöhen.“
Dr. Christoph Müller, CEO der Amprion GmbH: „Wir freuen uns über die Transaktion und sehen darin ein Zeichen des Vertrauens in unsere Strategie und Leistungsfähigkeit. Sie ist ein wichtiger Schritt, um die anstehenden großen Investitionen zu finanzieren und unser Wachstum zu unterstützen. Die Beteiligung ist daher eine gute Nachricht für das Gelingen der Energiewende.”
Nach Abschluss der Transaktion bleibt Amprion ein unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber gemäß der gesetzlichen Entflechtungsvorschriften. Das Unternehmen wird weiterhin unter seiner bestehenden Marke und mit seinem bestehenden Management-Team operieren. RWE wird die Beteiligung an Amprion weiterhin nach der At-Equity-Methode bilanzieren.
Erwerb soll vollständig durch Eigenkapitalmaßnahme finanziert werden
Der Kaufpreis von 3,6 Milliarden Euro für die zusätzlichen Anteile an Amprion entspricht einem Multiple von 1,07x der regulierten Vermögensbasis (Regulated Asset Base, RAB) von Amprion im Jahr 2027.
Der Erwerb soll vollständig durch eine Eigenkapitalmaßnahme finanziert werden, die der Vorstand der RWE AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen hat. Diese sieht die Ausgabe von 36,1 Millionen neuer, auf den Inhaber lautenden Stückaktien sowie die Veräußerung von bis zu 38,2 Millionen eigener Aktien vor und entspricht bis zu 10 % des Grundkapitals. Die zu veräußernden neuen und eigenen Aktien werden für das Geschäftsjahr 2026 dividendenberechtigt sein. Das Bezugsrecht der Aktionäre soll ausgeschlossen werden.
Sämtliche Aktien werden ausschließlich institutionellen Investoren im Rahmen einer Privatplatzierung durch ein beschleunigtes Platzierungsverfahren (Accelerated Bookbuilding) angeboten. Die Privatplatzierung wurde bereits eingeleitet. RWE erwartet einen Bruttoerlös von rund 4 Milliarden Euro.
Die Ankerinvestoren Qatar Investment Authority (QIA) und Norges Bank Investment Management, eine Einheit der Norges Bank, haben bereits vorab erklärt, Aktien im Gesamtwert von rund 1 Milliarde Euro erwerben zu wollen. Das entspricht rund 25 % des erwarteten Gesamtvolumens der Kapitalmaßnahme.
RWE investiert 6,5 Milliarden Euro bis 2031 in den Netzausbau in Deutschland
RWE erhöht nicht nur ihren Anteil an Amprion, sondern auch ihre Investitionen in den Ausbau des Übertragungsnetzes. Für den bestehenden RWE-Apollo-Anteil an Amprion waren bereits rund 2,5 Milliarden Euro bis 2031 eingeplant. Für den zusätzlichen Investitionsbedarf infolge der Aufstockung der Beteiligung an Amprion sind im gleichen Zeitraum weitere rund 4 Milliarden Euro vorgesehen. Dies wird vollständig durch die Eigenkapitalmaßnahme sowie den verfügbaren Finanzspielraum von RWE gedeckt. Das Ziel von RWE, den Verschuldungsgrad – das Verhältnis von Nettoschulden zu bereinigtem EBITDA – am unteren Ende der Bandbreite von 3,0 bis 3,5 zu halten, wird bestätigt.
Bestehende Pläne zum Ausbau der globalen Erzeugungskapazität auf 65 Gigawatt bleiben unverändert
Das Investitionsprogramm von 35 Milliarden Euro netto bis 2031 für den Ausbau des globalen Portfolios an Erneuerbaren Energien, Batteriespeichern und flexibler Erzeugung wird vollumfänglich bestätigt. RWE hält zudem an ihrem Dividendenziel von 1,32 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 fest und bekräftigt ihre Absicht, die Dividende jährlich um 10 % zu steigern.
Vollzug im dritten Quartal 2026
Es wird erwartet, dass alle Transaktionen im dritten Quartal 2026 vollzogen sein werden. Der Vollzug steht unter dem Vorbehalt der üblichen Bedingungen, einschließlich der erforderlichen behördlichen Genehmigungen. Die Lieferung der neuen Aktien und veräußerten eigenen Aktien im Zuge der Eigenkapitalmaßnahme erfolgt voraussichtlich am 26. Juni 2026.
Redaktioneller Hinweis zur Eigentümerstruktur von Amprion
Amprion hat zwei Gesellschafter: M31 und RWE Alkaios. M31 hält 74,9 % der Anteile an Amprion und ist ein Konsortium überwiegend deutscher institutioneller Finanzinvestoren. Als Ergebnis der Transaktionen wird RWE ebenfalls Anteilseigner von M31. RWE Alkaios, ein Gemeinschaftsunternehmen von RWE und Apollo Global Management, hält die verbleibenden 25,1 % an Amprion. Nach Vollzug aller Akquisitionen beläuft sich die Beteiligung von RWE an Amprion auf durchgerechnet insgesamt 55 %.
Gesellschafter von Amprion

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