Entlang der Nordkante des Tagebaus Garzweiler entsteht Schritt für Schritt ein vielfältiger Lebensraum für Mensch und Natur. Die Kolleginnen und Kollegen der Forschungsstelle Rekultivierung haben dort in den vergangenen Jahren mehrere Flächen zu artenreichem Halboffenland entwickelt und gepflegt. So wächst ein Mosaik aus Wiesen, Bäumen und Gewässern, das Biodiversität fördert und zugleich die Region lebenswerter macht. Damit wird schon heute sichtbar, was Strukturwandel ganz konkret bedeuten kann.
Artenvielfalt mit Mehrwert für die Region
An der Nordkante des Tagebaus Garzweiler ist in den vergangenen Jahren ein vielfältiger Lebensraum für Mensch und Natur entstanden. Mehrere Flächen wurden dort gezielt angelegt und ökologisch aufgewertet. Das Ergebnis ist ein abwechslungsreiches Halboffenland mit Wiesen, Bäumen und Gewässern, ergänzt durch zahlreiche biodiversitätsfördernde Maßnahmen wie Insektenhotels sowie Stein- und Totholzhaufen. Die neuen Strukturen bieten vielen Arten wertvolle Rückzugs- und Lebensräume. Wildbienen, Vögel, Eidechsen und Amphibien haben hier bereits eine neue Heimat gefunden. Gleichzeitig zeigt sich: Die Arbeit im Sicherheitsstreifen kann weit mehr sein als reine Nachsorge – sie stärkt Natur und schafft neue Qualitäten für ganze Landschaftsräume.
Natur erleben und verstehen
Auch für die Menschen in der Region sind neue Orte mit hoher Aufenthaltsqualität entstanden. Ein Radweg führt durch die grünen Flächen, Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein und Informationstafeln machen die ökologische Bedeutung der verschiedenen Lebensräume erlebbar. Ein besonderer Akzent liegt auf dem Thema „essbare Natur“: Zahlreiche Obstbäume und Sträucher greifen diesen Gedanken auf und setzen ihn ganz im Sinne des Zweckverbands Landfolge Garzweiler sichtbar um. So verbindet das Projekt Naturschutz, Umweltbildung und Naherholung auf anschauliche Weise.
Baustein für den Strukturwandel
All das ist weit mehr als kurzfristige Landschaftsplanung und -pflege. Die Flächen des Sicherheitsstreifens sind Bausteine für die Zukunft von Mensch und Natur im Rheinischen Revier. Sie zeigen, wie ökologische Aufwertung und regionale Entwicklung zusammen gedacht werden können. Genau hier setzt auch das Blau-Grüne Band an. Es ist das Leitprojekt des Zweckverbands Landfolge Garzweiler und soll perspektivisch das gesamte Abbaufeld Garzweiler umfassen. Das Blau-Grüne Band umfasst derzeit ausschließlich Flächen des Sicherheitsstreifens – nicht der bergrechtlichen Rekultivierung. Als verbindendes Element zwischen neuer und alter Landschaft sowie den Kommunen soll es Raum für Artenschutz und Biodiversität schaffen, zukunftsfähige Formen der Landwirtschaft und Mobilität ermöglichen und zugleich Erholungsflächen sowie nachhaltige städtebauliche Entwicklungen fördern.
Der Anfang ist gemacht
Der Grundstein ist gelegt. Auf den bereits entwickelten Flächen des Sicherheitsstreifens wird heute schon sichtbar, welches Potenzial im Blau-Grünen Band steckt: ein Raum, der verbindet, belebt und Vielfalt fördert. Mensch, Natur, landwirtschaftliche Produktion und Kultur können hier zusammenfinden – und gemeinsam eine neue Perspektive für die Region eröffnen. Auch RWE bleibt an diesem Thema dran: mit Forschung, praktischer Umsetzung und starken Partnerschaften. So wächst Schritt für Schritt ein Blau-Grünes Band, das nicht nur Landschaft gestaltet, sondern Zukunft.


