Mit einem feierlichen Baustart hat RWE am 16. Juli den Grundstein für das Pumpbauwerk der Rheinwassertransportleitung in Dormagen-Rheinfeld gelegt. Vorstand Thomas Körber, Spartenleiter Entwicklung Braunkohle Markus Kosma und Gesamtprojektleiter Karsten Waschke begleiteten gemeinsam mit Katharina Reinhold, Landrätin des Rhein-Kreises Neuss und Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld, den Start der nächsten Phase des wasserwirtschaftlich relevanten Projekts im Rheinischen Revier. In den Grundstein wurde eine Zeitkapsel mit Urkunde, Tageszeitung und Münzen versenkt.
Das Pumpbauwerk ist ein zentrales Element der Rheinwassertransportleitung. Ab 2030 wird von hier aus die Rheinwasserentnahme gesteuert. Das Wasser wird anschließend in den künftigen Hambacher See sowie in Richtung Tagebau Garzweiler einschließlich der Feuchtgebiete im Nordraum gepumpt. Das Wasser fließt zunächst im Freigefälle vom Entnahmebauwerk am Rheinufer zum Pumpbauwerk. Abhängig vom Rheinwasserstand fördern dort bis zu 18 Pumpen das Wasser über drei Rohrleitungen zum Verteilbauwerk in Grevenbroich-Allrath. Über die Förderleistung der Pumpen lassen sich Entnahmemenge und Zufluss präzise steuern. Ein abgestimmtes Entnahmekonzept orientiert sich dabei am aktuellen Wasserstand des Rheins. So wird die Schifffahrt nicht beeinträchtigt; maximal ein Prozent des jeweiligen Rheinwasserabflusses wird übergeleitet.
Thomas Körber, Mitglied des Vorstands der RWE Power, sagte dazu: „Heute haben wir den Grundstein für das Pumpbauwerk in Dormagen gelegt, dies ist der Taktgeber eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte für das Rheinische Revier. Damit schaffen wir die Voraussetzung dafür, ab 2030 Rheinwasser sicher und kontrolliert in unsere Tagebauseen von morgen zu leiten. Mein Dank gilt der Stadt Dormagen und der Nachbarschaft in Rheinfeld für den offenen Austausch und die konstruktive Begleitung in der Planungsphase.“
Bauwerk und Baufortschritt
Das Pumpbauwerk besteht aus einem unterirdischen Schacht für die Pumpen, einem Haupt- und Nebengebäude sowie einer geschützten Trafostation. Der Großteil der Anlage liegt unterhalb der Geländeoberfläche. In den vergangenen Wochen wurden die Baustelle eingerichtet, neue Baustellenzufahrten geschaffen und das Freizeitwegekonzept am Rheindeich angepasst. So sind Fuß- und Fahrradverkehr nun vom Baustellenverkehr getrennt. Aktuell beginnen die Arbeiten für die Baugrube des Pumpbauwerks. Anfang 2027 starten der Bau des Entnahmebauwerks am Rheinufer sowie die Deichunterquerung für den Leitungsbau zwischen Pump- und Entnahmebauwerk. Mitte 2027 beginnt die Errichtung des Rohbaus des Pumpbauwerks. Im Rahmen der Grundsteinlegung hob Bürgermeister Lierenfeld den transparenten und konstruktiven Austausch mit RWE hervor. Er dankte dem Team um Karsten Waschke für die Bereitschaft auf Hinweise und Anregungen einzugehen und "wirklich jede Frage aus der Bürgerschaft zu beantworten."
Beitrag zur Rekultivierung im Rheinischen Revier
Die Wiedernutzbarmachung der vom Bergbau in Anspruch genommenen Flächen gehört zu den zentralen Aufgaben von RWE in den kommenden Jahren im Rheinischen Revier. Mit dem Bau der Rheinwassertransportleitung setzen wir die Vorgaben der Braunkohlenplanung des Landes Nordrhein-Westfalen um. Diese sehen für die abschließende Rekultivierung der Tagebaue Hambach und Garzweiler die Schaffung großer Seen vor. Die Leitung ermöglicht die Befüllung dieser Seen und unterstützt einen ausgeglichenen, sich selbst tragenden Wasserhaushalt im Rheinischen Revier. Nach aktueller Planung beginnt die Seebefüllung in Hambach im Jahr 2030 und in Garzweiler im Jahr 2036. Der Tagebausee Inden wird ab 2030 aus der Rur gespeist.
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