RWE beteiligt sich mit 25 Millionen Euro an Fusions-Technologie-Startup Proxima Fusion
07.07.2026

Am Montagnachmittag, dem 6. Juli, hat RWE Power mit einem feierlichen Akt die Bauarbeiten für das Verteilbauwerk in Grevenbroich-Allrath (Rhein-Kreis Neuss) gestartet. Als zentraler Bestandteil der Rheinwassertransportleitung wird das Verteilbauwerk nach Inbetriebnahme der Leitung ab dem Jahr 2030 dafür sorgen, dass Rheinwasser zuverlässig in zwei Richtungen geleitet wird: zum künftigen Hambacher See sowie in Richtung Tagebau Garzweiler, einschließlich der Feuchtgebiete im Nordraum.
Den Startschuss für die Bauarbeiten gaben die Landrätin des Rhein Kreises Neuss, Katharina Reinhold, Grevenbroichs Bürgermeister Klaus Krützen, Thomas Körber, Mitglied des Vorstands der RWE Power AG, und der Projektleiter der Rheinwassertransportleitung, Karsten Waschke. Unter den Augen zahlreicher Allrather Bürgerinnen und Bürger verschraubten sie gemeinsam zwei Rohrstücke und signierten sie anschließend. Die Rohrstücke werden später am Verteilbauwerk ausgestellt.
Thomas Körber, Mitglied des Vorstands der RWE Power: „Mit dem heutigen Baustart in Allrath setzen wir einen weiteren Meilenstein für die Rheinwassertransportleitung. Das Verteilbauwerk ist das Herzstück der Leitung und wird das Wasser künftig zuverlässig und bedarfsgerecht zum Hambacher See und in Richtung Garzweiler leiten. Uns ist besonders wichtig, dass wir im Dialog mit den Menschen vor Ort bauen.“
Klaus Krützen, Bürgermeister der Stadt Grevenbroich: „Das Verteilbauwerk der Rheinwassertransportleitung entsteht direkt vor unserer Haustür auf Grevenbroicher Stadtgebiet. Damit nimmt unsere Stadt eine Schlüsselrolle im Strukturwandel der Region ein. Die Weichen für die Zukunft sind gestellt: durch die langfristigen Perspektiven des künftigen Garzweiler Sees sowie die Transformation des ehemaligen Braunkohlenkraftwerks Frimmersdorf in ein modernes Innovationsquartier und einen Digitalpark.“
Katharina Reinhold, Landrätin des Rhein Kreises Neuss: „Die Rheinwassertransportleitung ist ein Gemeinschaftsprojekt, das die Menschen in der Region fordert, aber auch Perspektiven fördert. Hier entsteht die Grundlage für die neuen Seenlandschaften, die das Gesicht unserer Region in den kommenden Jahren prägen werden. Das Verteilbauwerk in Allrath ist dabei ein sichtbares Zeichen dafür, dass diese großen Zukunftsaufgaben gemeinsam mit den Menschen vor Ort gestaltet werden. Besonders freut mich, wie eng RWE und die Bürgerinnen und Bürger aus Allrath bei der Gestaltung des Gebäudes miteinander gearbeitet haben. Dieser Austausch hat sich gelohnt: Das Bauwerk wird sich harmonisch in die Allrather Landschaft einfügen, und die Glasfassade schafft Transparenz im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie ermöglicht Einblicke in das Gebäude und macht die Technik dahinter sichtbar.“
Das Verteilbauwerk entsteht in charakteristischer L-Form auf einem Grundstück an der Kreisstraße 31 am Fuße der Vollrather Höhe in der Nähe der Gleise der RWE-Werksbahn. Durch umfangreiche Eingrünungsmaßnahmen mit heimischen Baum- und Straucharten, Wallbegrünungen sowie einem Gründach mit Photovoltaikanlage wird es in das Landschaftsbild integriert. Auf Wunsch der Allrather Bürgerinnen und Bürger wird das Bauwerk so gestaltet, dass eine Glasfassade interessante Einblicke auf die Rohrleitungen und Pumpen ermöglicht.
Funktion des Verteilbauwerks
Das Verteilbauwerk wird künftig die vom Rhein kommende Bündelungsleitung mit den beiden weiterführenden Trassen verbinden. Die rund 22 Kilometer lange Bündelungsleitung verläuft von der Rheinwasserentnahme bei Dormagen-Rheinfeld bis nach Allrath. Sie besteht aus drei parallel geführten Stahlrohren mit einem Durchmesser von jeweils 2,20 Metern. Vom Verteilbauwerk aus teilt sich die Leitung in zwei Richtungen auf. Die Garzweiler-Leitung führt mit zwei Rohren (Durchmesser: 1,40 Meter) über etwa vier Kilometer in Richtung Tagebau Garzweiler. Die Hambach-Leitung verläuft mit zwei Rohren (Durchmesser: 2,20 Meter) über rund 19 Kilometer in Richtung Hambach.
Bauablauf und temporäre Straßensperrung
Die Arbeiten in und rund um Allrath werden schrittweise über mehrere Jahre hinweg durchgeführt. Zunächst wird die Zufahrt zur Baustelle vorbereitet. Hierzu wird parallel zu den Gleisen der RWE-Werksbahn eine neue Baustraße von der Landstraße 375 aus angelegt, um den Baustellenverkehr aus der Ortslage Allrath fernzuhalten. Anschließend erfolgen archäologische Untersuchungen, die Herstellung der Baugrube sowie weitere Vorarbeiten für die Einrichtung der Baustelle. Für den Anschluss an die Versorgungskanäle wird die Kreisstraße 31 zwischen der Straße „An der Halde” und der Bahnunterführung vom 20. Juli bis voraussichtlich 1. September 2026 gesperrt. Nach Abstimmung mit den Behörden und den Bürgerinnen und Bürgern wurde dieser Zeitraum in die Sommerferien gelegt.
Im Umfeld des Verteilbauwerks finden auch Arbeiten für die Leitungsverlegung statt. Je nach örtlichen Gegebenheiten kommen offene Bau eisen auf freien Flächen sowie geschlossene Bauweisen im unterirdischen Leitungsvortrieb zum Einsatz. So wird der Bahndamm im Zuge der Leitungsverlegung unterpresst.
Hintergrund Rheinwassertransportleitung
Die Wiedernutzbarmachung der vom Bergbau in Anspruch genommenen Flächen gehört zu den Hauptaufgaben von RWE in den kommenden Jahren im Rheinischen Revier. Mit dem Bau der Rheinwassertransportleitung setzt das Unternehmen die Vorgaben der Braunkohlenplanung des Landes Nordrhein Westfalen um. Diese sehen für die abschließende Rekultivierung der Tagebaue Hambach und Garzweiler die Schaffung großer Seen vor. Die Leitung ermöglicht die Befüllung der Seen und dient einem ausgeglichenen, sich selbst tragenden Wasserhaushalt im Rheinischen Revier. Nach aktueller Planung beginnt die Seebefüllung in Hambach im Jahr 2030 und in Garzweiler im Jahr 2036. Der Tagebausee Inden wird ab dem Jahr 2030 aus der Rur gespeist.
Service und Information für Bürgerinnen und Bürger
Für Fragen rund um das Projekt, die Bauabläufe und die künftigen Seen stehen Bürgerbüros zur Verfügung:
Das Projektteam ist per E-Mail ([email protected]) und telefonisch unter 0800 8833830 erreichbar. Aktuelle Informationen zur Rheinwassertransportleitung und den Bauarbeiten sind jederzeit auf www.rwe.com/Rheinwassertransportleitung verfügbar.
Bilder für Medienzwecke (Bildrechte: RWE) sind verfügbar in der Mediathek.