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Seine Erfahrungen als GAY im Revier

Lothar Emmerich

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Hallo zusammen,

ich wollte hier einfach mal meine Erfahrungen als GAY im Revier mit euch teilen. 

Dazu stehen

Man wird ja nicht morgens wach und ist schwul. Nein, es ist ein Prozess und auch ein Weg, den man erst mal selbst gehen muss. Da gibt es ganz verschiedene Anfänge und Momente, die einen selbst ins Grübeln bringen können. Ein Film, in dem der Hauptdarsteller total toll war. War es die Filmhandlung oder doch eher der Schauspieler selber? Oder man lässt dem besten Freund alles durchgehen und weiß selbst gar nicht so genau, warum? Dann beginnt man, vieles zu hinterfragen. Bei dem Einen geht es recht schnell, weil er sich über seine Gefühle schon früh klar wird, bei Anderen dauert es länger. Es ist häufig ein Wendepunkt im Leben. Doch keine Kinder? Kann ich hier im Ort bleiben? Muss ich in die Stadt ziehen? Was ist, wenn ich‘s einfach nicht beachte? Dazu gehört auch das Umfeld: wenn das Thema in der Familie tabu oder das Verhältnis zu den Eltern nicht so offen ist, wie es hier erforderlich wäre, ist man als Schwuler schnell auf sich allein gestellt. Man muss sich seiner Sexualität erstmal klar werden. Sich selbst zu finden, kann ein langer Weg sein und erst dann geht es weiter. 

Das Coming Out 

Nach dem „inneren Coming Out“, geht‘s meistens nicht als Erstes zu seinen Eltern, sondern die beste Freundin oder der beste Freund müssen meistens herhalten und man ist auf die Reaktion sehr gespannt. Mit diesen Erfahrungen geht’s dann zu Hause weiter. Die größte Schwierigkeit ist der richtige Zeitpunkt. Man kann es nicht wirklich vorbereiten. Es ist meistens eine bestimmte Situation erforderlich und dann auch in diesem Moment eine gehörige Portion Mut. Ein Beispiel aus dem Leben. „Wir legen das mal auf den Dachboden, wenn du mal Kinder hast, dann bist du erst mal froh um jedes Teil, was du nicht sofort kaufen musst.“ – „Mutter, ich glaube, das wird nicht nötig sein. Wir müssen reden.“ Das gilt natürlich nicht für alle. Da können eigentlich alle Schwulen etwas zu sagen und man hört die wildesten Geschichten. Von „Ja ok, habe ich mir schon gedacht“ bis zu „Raus und komm nie mehr wieder“ ist alles dabei. Da kann sich jede*r vorstellen, wie viel Mut man schon in der Familie braucht, sich zu Outen. 

Reaktionen der Kolleg*innen

Wie ist das dann erst unter den Kolleg*innen? Muss ich es denen sagen? Was ist, wenn die das von Anderen erfahren? Wie wird jede*r Einzelne reagieren? Das muss schließlich jede*r für sich selbst wissen. Mir selbst waren die Unterhaltungen mit den Kolleg*innen wichtig. Mich zu verstecken, damit niemand etwas merkt, war mir einfach zu anstrengend. Wenn jemand über familiäres sprach, habe ich mich schon zurückgezogen, aus Angst, man könne mich etwas über meine Familienplanung fragen.  Auf die Frage, wie mein Wochenende gewesen sei, musste die Person mit einem „gut“ oder „normal“ zufrieden sein. Das wollte ich dann mit einem Coming Out in der Werkstatt beenden. Die Ausführung war einfach. Ich habe der größten Quatschtante, der Mensch gewordenen Werkstattzeitung oder wie derjenige auch immer betitelt werden kann, gesagt: „Ich bin schwul. Das darfst du aber keinem weitersagen“, dann war die Arbeit in einer einzigen Stunde auch schon getan und ich musste nur noch auf die Reaktionen warten. Nach dem ersten Rückversichern der Kolleg*innen, ob es denn wirklich so ist, kam bei den Meisten eher eine Ratlosigkeit auf, die aber auch schnell von Neugierde abgelöst wurde. Wenn sich doch mal jemand zu diesem Thema negativ äußerte, verteidigten mich die anderen Kolleg*innen. Ich habe mich eigentlich nie wirklich rechtfertigen müssen. Also im Großen und Ganzen waren es gute Erfahrungen und es brachte mir auch durchaus persönliche Vorteile. Wenn ich vorher beispielsweise als komisch und verschlossen galt, wusste man jetzt, wo man bei mir dran war und übergab mir dann eher Aufgaben, die ich vorher nicht machen durfte. Ich konnte mehr Ruhe in meine Arbeit bringen. Mich konnte man mehr über die Arbeit fragen, weil ich ja nicht mehr aufpassen musste, mich nicht zu verraten. Das Arbeiten wurde einfacher und angenehmer. Und auch die Kolleg*innen wurden offener untereinander, was dem ganzen Abteilungsklima zu Gute kam.

Reaktionen aus dem Konzern

Ja, hier wird es schwierig. Da gab es Nichts. Ein einziges Mal wurde bei uns eine E-Mail ausgehangen dass man niemanden diskriminieren darf, egal welches Geschlecht, Herkunft, Religion oder sexuelle Orientierung jemand hat. Mehr gab es lange Zeit nicht. Als ich nach den Sonderurlaubstagen für die Eintragung der Partnerschaft mit meinem Mann fragte, gab es über Wochen Ratlosigkeit. Über Jahre fand ich keine Mitstreiter*innen zum Thema LGBT*IQ im RWE Konzern. Als ich dann aus der Werkstatt in das Büro wechselte, fanden sich doch sehr zaghaft die ersten Leute und es entwickelte sich langsam das LGBT*IQ & Friends Netzwerk. Mir persönlich gibt es Einblicke in ganz andere Bereiche des Konzernes. Der Hauptsitz in Essen ist nicht nur ein Bild auf dem Monitor, sondern man kennt Leute, die dort arbeiten. Die unterschiedlichsten Berufe oder Aufgabenbereiche sind in unserem Netzwerk vertreten und dennoch vereint uns alle der LGBT*IQ Hintergrund und der Konzern RWE, der uns das Netzwerk möglich macht.

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