Rhein­wasser­transport­leitung FAQs

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um die Rheinwassertransportleitung. Spezifische Fragen zum Bau vor Ort finden Sie auf den lokalen Unterseiten Dormagen-Rheinfeld, Grevenbroich-Allrath und Elsdorf.

Mehrwert Rheinwassertransportleitung

  • Mit dem Ende der Braunkohlenförderung verbleiben im Rheinischen Revier die Mulden der bisherigen Tagebaue Hambach und Garzweiler. Damit diese dauerhaft sinnvoll und nachhaltig in einem angemessenen Zeitraum rekultiviert werden können, werden sie schrittweise mit Wasser gefüllt. Die Rheinwassertransportleitung ermöglicht diese Befüllung und damit die Schaffung von Tagebauseen. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, den während des Bergbaus abgesenkten Grundwasserhaushalt wieder zu stabilisieren und in Verbindung mit den Tagbauseen neue Perspektiven für Mensch, Natur und Region zu schaffen. Diese Pläne waren bereits Bestandteil der Genehmigungen der Tagebaue und werden nun umgesetzt.

  • Der Hambacher See und der Garzweiler See eröffnen langfristig vielfältige Möglichkeiten für Freizeit, Erholung und Tourismus und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Die Umfeldinitiativen der Anrainerkommunen der Seen, Neuland Hambach und Landfolge Garzweiler planen unter anderem Badebereiche, Segel- und Wassersportangebote, Uferwege für Spaziergänge und Radverkehr sowie naturnahe Erholungsräume. Die Seen werden so gestaltet, dass sie sowohl ruhige Naturerlebnisse als auch aktive Freizeitnutzungen ermöglichen.

  • Das Rheinwasser hat eine gute Qualität. Konkrete Voruntersuchungen haben gezeigt, dass es für die Befüllung der Seen gut geeignet ist und vielfältige Nutzungen zulassen wird – zum Beispiel Wassersport, Naherholung und Naturschutz. Aktuelle Gutachten bestätigen, dass sich die Tagebauseen mit dem eingeleiteten Rheinwasser zu ökologisch wertvollen Klarwasserseen entwickeln werden. Ausführlichere Informationen dazu finden Sie in der Broschüre „Wasser für das Rheinische Revier“.

  • Aus den ehemaligen Tagebauen entwickelt sich Schritt für Schritt eine neue Seenlandschaft, wie sie in dieser Größe in Mitteleuropa selten ist. Weite Wasserflächen, neue Uferzonen, Wälder und Naturräume prägen künftig das Bild des Rheinischen Reviers. Die Rheinwassertransportleitung ist dabei ein Schlüsselprojekt, das diesen Wandel von der Bergbau- zur Wasser- und Erholungslandschaft erst möglich macht.

  • Der Hambacher See und der Garzweiler See sind zentrale Elemente der Rekultivierung. Sie sichern die Rekultivierung der ehemaligen Tagebaue, fördern die Wiederherstellung natürlicher Wasser- und Grundwasserverhältnisse und schaffen neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Gleichzeitig bilden sie die Grundlage für eine nachhaltige Nutzung der Landschaft durch Erholung, Freizeit und Tourismus.

  • Die Befüllung des Hambacher Sees und des Garzweiler Sees erfolgt schrittweise über mehrere Jahrzehnte. Voraussichtlich bis zum Jahr 2070 werden in beiden Seen die Zielwasserspiegel erreicht. Dennoch entstehen bereits einige Jahre nach Beginn der Befüllung große Wasserflächen, die sichtbar und für Freizeit und Erholung nutzbar sind. Der Hambacher See etwa wird schon zehn Jahre nach dem ersten „Wasser marsch!“ größer sein als der Tegernsee in Bayern.

Leitungstrasse

  • Nach sorgfältiger Abwägung aller Möglichkeiten wurden die Trasse zwischen der Rheinwasserentnahmestelle bei Dormagen-Rheinfeld und dem Verteilbauwerk auf Grevenbroicher Stadtgebiet sowie die anschließenden Trassen der Garzweilerleitung und der Hambachleitung ausgewählt. Die Trassenführung wurde so gewählt, dass Wohngebiete, Naturschutzflächen und bestehende Infrastrukturen möglichst wenig betroffen sind. Die Leitungen werden überwiegend über landwirtschaftliche Flächen verlegt. Nach Abschluss der Verlegung können diese Flächen wieder landwirtschaftlich genutzt werden. 

  • Die Rheinwassertransportleitung ist für einen langfristigen Betrieb über mehrere Jahrzehnte ausgelegt. Sie wird nicht nur bis zur Erreichung der Zielwasserspiegel der Tagebauseen Hambach und Garzweiler betrieben, sondern darüber hinaus, um Versickerungsverluste auszugleichen bis sich der Grundwasserhaushalt im Rheinischen Revier dauerhaft stabilisiert hat.

  • Stahlrohre platzen nicht schlagartig, sondern korrodieren höchstens. Dann versickert durch ein Leck Wasser in den Boden. Die Durchflussmengen wie auch der technische Zustand der Rohrleitungen werden durch ein System von Sensoren überwacht. Abweichungen werden erfasst und repariert. Hinzu kommt: Die Trasse liegt ganz überwiegend im freien Feld. Auf ihr sind alle leitungsgefährdenden Arbeiten, etwa Bauarbeiten, verboten.

    Die durchgehend verschweißten Rohrleitungen zeichnen sich durch eine sehr hohe Gebrauchsfähigkeit und dauerhafte Betriebssicherheit aus. Um Korrosion an den Leitungen zu vermeiden, werden die erdverlegten Rohre bereits bei ihrer Herstellung von innen und außen mit einem Korrosionsschutz versehen.


  • Wenn sich die Grundwasserspiegel im Rheinischen Revier stabilisiert haben und das Grundwasser die Tagebauseen speist, wird die Rheinwassertransportleitung außer Betrieb genommen. Um weitere Eingriffe in Natur und Landschaft zu vermeiden, wird die Leitung nach Abschluss der Nutzung in der Regel verfüllt und verbleibt im Boden. In Einzelfällen oder dort, wo die Leitung weiteren Flächenentwicklungen im Weg steht, kann auch ein Rückbau in Frage kommen. Dies wird in einem dann in einem bergrechtlichen Abschlussbetriebsplanverfahren abschließend genehmigt. 

Bauweise / Bauphasen

  • Bei der offenen Bauweise wird ein Rohrgraben ausgehoben, in dem die Leitungen verlegt und verschweißt werden. Anschließend wird der Graben wieder verfüllt und die Oberfläche wiederhergestellt. Nach Abschluss der Arbeiten sind die Flächen für Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter wieder nutzbar. Ziel ist es, die Bauzeit pro Abschnitt so kurz wie möglich zu halten.

  • Die geschlossene Bauweise wird in Bereichen mit sensibler Infrastruktur genutzt, zum Beispiel bei der Querung von Hochwasserschutzdeichen, Straßen, Bahnstrecken oder besonders schützenswerten Naturschutzbereichen. Dabei werden die Leitungen unterirdisch verlegt. Dazu werden Betonrohre zwischen Start- und Zielgrube vorgepresst und anschließend die Rheinwassertransportleitungen eingezogen.

  • Die Leitungen liegen in einer Tiefe, die eine sichere Nutzung der Flächen oberhalb der Leitungen ermöglicht. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen beträgt die Mindestüberdeckung nach der Verlegung der Leitung 1,25 Meter. Die genaue Verlegetiefe hängt von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten, der Bauweise und den Anforderungen an Boden- und Leitungsschutz ab. Nach Abschluss der Arbeiten können die Flächen in der Regel wieder wie zuvor genutzt werden.

  • Die Bauarbeiten finden werktags und tagsüber statt, Nacht- oder Wochenendarbeiten sind grundsätzlich nicht vorgesehen. Sollten in Ausnahmefällen Arbeiten außerhalb der üblichen Zeiten erforderlich sein – etwa aus technischen oder sicherheitsrelevanten Gründen – werden Anwohnerinnen und Anwohner rechtzeitig informiert.

  • Die Arbeiten verlaufen zum größten Teil außerhalb großer Siedlungsbereiche und werden so kurz wie möglich gehalten. Grundsätzlich sind die Arbeiten so geplant, dass Belästigungen durch Lärm und Lkw-Verkehr möglichst vermieden werden sollen. Wo das nicht möglich ist, sollen sie auf ein Minimum reduziert werden. Die geltenden Immissionsgrenzwerte zum Schutz von Anwohnerinnen und Anwohnern werden eingehalten.

  • Über den Baufortschritt, anstehende Arbeiten und mögliche Auswirkungen informiert RWE Power regelmäßig auf dieser Website. Auch vor Ort wird es an der Baustelle Kontaktmöglichkeiten geben.

Verkehr

  • Für den Bau der Rheinwassertransportleitung liegt ein detailliertes Baustellenlogistik- und Verkehrskonzept vor. Die Routen des Baustellenverkehrs sind bauvertraglich festgeschrieben und dürfen nicht beliebig geändert werden. Anlieferungen, Abtransporte und Bauabläufe werden zeitlich koordiniert, um ggf. unverträgliche Verkehrsspitzen zu vermeiden. Ein unabhängiges Gutachterbüro hat die verkehrlichen Auswirkungen untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Qualität des Verkehrsablaufs durch die Bautätigkeiten nicht spürbar verändern wird.

  • Querungen von Bundesfernstraßen, Bahnstrecken und Hochwasserschutzdeichen erfolgen in der Regel in geschlossener Bauweise. Dabei werden die Leitungen unterirdisch in Schutzrohren verlegt, ohne die Oberfläche aufzubrechen oder den laufenden Verkehr zu beeinträchtigen. Diese Bauweise ermöglicht es, wichtige Infrastrukturen, ohne die Errichtung von Umfahrungen während der Bauarbeiten weiter zu nutzen.

  • Im Einzelfall sind temporäre Sperrungen während der Bautätigkeit vorgesehen. Der Freizeitweg „Speedway“ zwischen Bergheim-Niederaußem und dem Tagebau Hambach wird für die Bauarbeiten zwischen März 2026 und Ende 2027 vollständig gesperrt. Weitere zeitlich begrenzte Einschränkungen oder Umleitungen können in einzelnen Bauphasen notwendig sein, etwa bei Anschlussarbeiten oder beim Einrichten von Baustellenzufahrten. Solche Maßnahmen werden frühzeitig geplant, mit den zuständigen Behörden abgestimmt und rechtzeitig kommuniziert.

  • Der Schutz von Natur und Umwelt hat bei Planung und Bau der Rheinwassertransportleitung hohe Priorität. Trassenführungen wurden so gewählt, dass sensible Bereiche möglichst umgangen werden. Wo Querungen unvermeidbar sind, kommt die geschlossene Bauweise zum Einsatz, um Eingriffe zu minimieren. Zusätzlich begleiten Umweltfachleute die Bauarbeiten, und es gelten klare Auflagen zum Schutz von Flora und Fauna.

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Projektteam

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