Ein Riss im Beton ist sichtbar, der sich unregelmäßig über die Oberfläche zieht.

Bergschäden

Bodenbewegungen und Bergschäden

Die Bodenschichten der Niederrheinischen Bucht sind von Natur aus mit Grundwasser gefüllt. Zur Gewinnung der Braunkohle ist es erforderlich, das Grundwasser bis unter den tiefsten Punkt des Tagebaus abzupumpen. Diese Grundwasserabsenkung lässt sich nicht nur auf den Tagebau beschränken. Als Folge setzt sich die Geländeoberfläche. Im Regelfall geschieht das sehr langsam, gleichmäßig und damit unschädlich für Gebäude. Bergschäden können nur dort auftreten, wo geologische Besonderheiten vorliegen, die zu einer ungleichmäßigen Bodensenkung führen.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen rund um das Thema Bodenbewegungen und Bergschäden. Insbesondere möchten wir Ihnen Ansprechpartner nennen und Ihnen zeigen, wie wir Sie unterstützen können, wenn Sie einen Bergschaden an Ihrem Gebäude vermuten.

Schema eines Braunkohlentagebaus mit Abbaugrenzen, Wasserquellen und Landschaftselementen.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen rund um das Thema Bodenbewegungen und Bergschäden. Insbesondere möchten wir Ihnen Ansprechpartner nennen und Ihnen zeigen, wie wir Sie unterstützen können, wenn Sie einen Bergschaden an Ihrem Gebäude vermuten.

Allgemeine Informationen

  • Die Bodenschichten in der Niederrheinischen Bucht, also im Raum nördlich der Eifel, bestehen aus Löss, Kies, Sand, Ton oder Braunkohle. Das zeigt der geologische Querschnitt durch den Schichtenaufbau der Region. In Millionen von Jahren wurden mächtige Sedimente von teilweise über 1000 Metern abgelagert. Die in der Regel lockeren Erdschichten sind von Natur aus mit Grundwasser gefüllt.

    Damit die Braunkohle gewonnen werden kann, muss das Grundwasser abgesenkt und bis unter den tiefsten Punkt des Tagebaus abgepumpt werden. Ansonsten würde der Tagebau voll Wasser laufen, und die Böschungen könnten wegbrechen. Die Grundwasserabsenkung lässt sich jedoch nicht auf den Tagebaubereich beschränken. Sie wirkt auch weit in die Umgebung der Tagebaue.

    Wo das Grundwasser abgesenkt wird, senkt sich der Boden. Diese Senkungen verlaufen im Regelfall sehr langsam, großräumig und gleichförmig und sind somit unschädlich für Gebäude. Bergschäden treten nur dort auf, wo der Boden sich ausnahmsweise nicht gleichmäßig setzt. Das kann auf so genannten bewegungsaktiven tektonischen Verwerfungen und in Flussauen der Fall sein.

    Wie zeigen sich Bergschäden?

    Wenn an einem Gebäude Risse zum Beispiel in der Fassade oder an Innenwänden auftreten, so kann man ihre Ursache nicht ohne weiteres erkennen. Einige Anhaltspunkte gibt es allerdings, die eine grobe Unterscheidung zwischen Bergschäden und anderen Gebäudeschäden ermöglichen. So gilt im Normalfall, dass Bergschäden von dort ausgehen, wo sich der Boden bewegt − vom Fundament also.

    Wenn z.B. im oberen Stockwerk eines Gebäudes Risse auftreten, das Kellergeschoss aber völlig intakt ist, spricht das nicht unbedingt für einen Bergschaden. Es gibt eine Vielzahl von Schäden am Bau, die auf ungeeignetes Material oder auf Verarbeitungsfehler zurückzuführen sind. In Zweifelsfällen ist es richtig, die Fachleute bei RWE Power von dem Verdacht auf Bergschäden zu unterrichten.

  • Diagramm zeigt mehrere Schichten von Sand, Ton und Braunkohle, mit Wasser in blauen Bereichen.

    Tektonische Verwerfungen sind natürliche Störungen im Schichtenaufbau der Erdkruste. Sie sind in geologischer Vorzeit vor Millionen Jahren durch Verformungen und Verschiebungen entstanden. An den Verwerfungen sind die Erdschichten mitunter um mehrere hundert Meter gegeneinander versetzt. Die Trennstelle zwischen den beiden Erdschichtkörpern kann durch einen Tonbelag wasserdicht sein. Das behindert eine gleichmäßige Grundwasserabsenkung. Die unterschiedliche Grundwasserabsenkung führt wiederum zu unterschiedlich großen Bodensenkungen. An der Geländeoberfläche kann sich als Folge ein Absatz bilden. Steht ein Gebäude auf einem solchen Absatz, kommt es zu Rissen im Mauerwerk.

  • Diagramm des Bodenaufbaus im Bereich des obersten Grundwasserspiegels mit verschiedenen Schichten.

    Dort haben sich im Laufe der Jahrtausende durch Überschwemmungen in den oberen Bodenschichten häufig moorige Böden, zuweilen sogar Torf abgelagert. Diese Materialien sind ungleichmäßig verteilt und unterschiedlich mächtig. Sie reagieren auf Belastung besonders empfindlich und sind nur bedingt tragfähig. In Flussauen sind Gebäude deshalb früher oft auf Pfählen gegründet worden. Diese Pfähle reichen durch die moorige Schicht bis auf festen Untergrund. Damit sind die Gebäude standfest. Die vom Grundwasser umschlossenen Aueböden reagieren auch auf klimatisch verursachte und künstliche Grundwasserabsenkungen. Hierdurch können selbst auf kleinem Raum ungleichmäßige Setzungen hervorgerufen werden. Trotzdem ist das Bauen in Auenbereichen möglich. Voraussetzung ist, dass die Gebäude entsprechend den heute allgemein anerkannten Regeln der Bautechnik und den einschlägigen Bauvorschriften auf tragfähigem Grund stehen. Ist das nicht der Fall, drohen Schäden an den Gebäuden.

Karten und Fachinformationen

  • Karte des rheinischen Braunkohlereviers mit Abbaugebieten, Landschafts- und Wasserrekrutierungszonen.
  • Eine Karte zeigt Betriebstflächen und Rekultivierung in Nordrhein-Westfalen, Deutschland, mit Gewässern und Städten.
  • Karte mit grünen Umrissen der Braunkohlenabbaubereiche der RWE Power AG, Stand Mai 2019.

    Bei der Bezirksregierung Arnsberg können Grundstückseigentümer in das sogenannte Grubenbild Einblick nehmen. Der nachstehenden Übersicht können Sie entnehmen, für welche Bereiche ein Höhenfestpunktriss mit Höhenverzeichnis geführt wird, also eine Karte mit den Höhen ausgewählter Punkte (Bereiche innerhalb der grünen Umrandung). Der Höhenfestpunktriss ist der amtliche Nachweis für bergbaubedingte Bodenbewegungen.

  • Bei der Prüfung auf mögliche bergbaubedingte Einwirkungen auf Bauwerke sind die amtlichen Daten und Karten eine wichtige Informationsquelle. Hier haben wir Ihnen eine Auswahl der wichtigsten amtlichen Fachinformationen zusammengestellt:

     

    Bergbaubezogene Informationen

    • Grubenbild (Bezirksregierung Arnsberg)

    Topographie

    • Grubenbild (Bezirksregierung Arnsberg)- Deutsche Grundkarte 1:5000 (Bezirksregierung Köln, GEObasis.nrw)
    • Topographische Karte 1:25000 (Bezirksregierung Köln, GEObasis.nrw)
    • TIM-online / Topographisches Informationsmanagement NRW (Bezirksregierung Köln)
    • Historische Karten
    • Tranchot-Karten (1803 – 1820) (Bezirksregierung Köln, GEObasis.nrw)
    • Uraufnahmen (1843 – 1850) (Bezirksregierung Köln, GEObasis.nrw)
    • Neuaufnahmen (1892 – 1912) (Bezirksregierung Köln, GEObasis.nrw)

    Geologie / Hydrologie

    • Bodenkarten (Geologischer Dienst NRW)
    • Talauenkarten (Geologischer Dienst NRW)
    • Aufschlüsse und Bohrungen (Geologischer Dienst NRW)
    • Geologische Karten und Profile n. Breddin (Geologischer Dienst NRW)
    • Hydrogeologische Karten (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen/LANUV)

    Grundwasserinformationen

    • Ausgangsgrundwasserstände 1953/55 (Erftverband / Landesgrundwasserdienst)
    • Grundwasserdifferenzenkarten (Erftverband)
    • Pegelmessstellen/Ganglinien (Erftverband, LANUV)

Das könnte Sie auch interessieren

Hilfe bei Bergschäden

Kompetente Hilfe bei Bergschäden.

Weiterlesen

Downloads und Links

Hier erhalten Sie alle wichtigen Informationen zur Bergschadensbearbeitung übersichtlich zusammengestellt.

Weiterlesen

Braunkohle

Der Kohleausstieg läuft – ein Energieträger mit großer Tradition.

Weiterlesen