- Die Nachfrage nach Strom steigt weltweit. In den USA ist ein kontinuierliches Lastwachstum zu beobachten, Großbritannien hat innerhalb der letzten zwei Jahre eine Trendwende hin zu steigendem Bedarf erlebt, und auch für die EU wird ein ähnlicher Verlauf prognostiziert. Getrieben wird diese Entwicklung durch die zunehmende Elektrifizierung – insbesondere durch den rasanten Fortschritt bei Künstlicher Intelligenz.
- Parallel dazu verschärft sich die Krise bei den Lebenshaltungskosten, in der die gestiegenen Energiepreise eine Schlüsselrolle einnehmen. Entgegen den Behauptungen mancher populistischer Stimmen wird sie nicht durch die Energiewende selbst verursacht. Vielmehr sind umfangreiche Investitionen zur Deckung des wachsenden Bedarfs erforderlich, globale Lieferketten werden durch geopolitische Herausforderungen beeinträchtigt, und kapitalintensive Branchen sind mit höheren Zinsen konfrontiert. Das führt zu steigenden Kosten in allen Kapitalsektoren, von Wohnungsbau bis zur Stromversorgung, und macht Technologie und Infrastruktur insgesamt teurer.
- Um den steigenden Energiebedarf zu bedienen und gleichzeitig die Kosten im Zaum zu halten, braucht es ein umfassendes Maßnahmenpaket. Der Schlüssel liegt in der richtigen Kombination aus zusätzlichen Investitionen in Wind- und Solarenergie, dem Ausbau von Speicherkapazitäten, flexibler Stromerzeugung und gezielter Modernisierung des Stromnetzes, das über Jahrzehnte hinweg unterinvestiert war.
- Abwarten ist keine Lösung, denn Investitionen werden in Zukunft kaum günstiger. Fehlende Kapazitäten in der Stromversorgung könnten eine problematische Spirale auslösen – sie gefährden die Basis für innovative Technologien und damit unseren zukünftigen Wohlstand.
- Es liegt an der Politik, für stabile und verlässliche Investitionsbedingungen zu sorgen und so das nötige Vertrauen für milliardenschwere Projekte zu schaffen. Ideologische Richtungswechsel und langwierige Diskussionen um neue Spielregeln verunsichern Investoren nur. Besonders aufmerksam beobachtet RWE die anstehende AR7-Auktionsrunde in Großbritannien sowie die dringend benötigten Rahmenbedingungen für neue, flexible Erzeugungskapazitäten als Ersatz für Kohlekraft in Deutschland.
Was das für RWE bedeutet:
Wir setzen konsequent auf eine All-of-the-above-Strategie und investieren weiterhin maßgeblich in kohlenstoffarme Technologien sowohl in unseren Kernmärkten (USA, Großbritannien und EU) als auch in benachbarten Märkten im asiatisch-pazifischen Raum. Im Jahr 2026 planen wir, unsere Kapazitäten deutlich zu erhöhen – rund 4 GW sollen hinzukommen, darunter unsere Flaggschiff-Projekte im Offshore-Bereich: Sofia in Großbritannien, Thor in Dänemark und Nordseecluster A in Deutschland.
