Sandra Dettmer wird Mitglied der Geschäftsführung der RWE Renewables Europe & Australia
11.03.2026
RWE hat das Geschäftsjahr 2025 erfolgreich abgeschlossen – sowohl operativ als auch finanziell. Die Prognose wurde mit einem bereinigten EBITDA von 5,1 Mrd. € und einem bereinigten Nettoergebnis von 1,8 Mrd. € klar erfüllt.
„2025 war für RWE ein sehr erfolgreiches Jahr. In einem herausfordernden Umfeld haben wir unsere Konzernstrategie konsequent umgesetzt, indem wir unser Portfolio werthaltig ausgebaut und neue strategische Partnerschaften geschlossen haben. Unsere finanziellen Ziele haben wir klar erfüllt“, so Markus Krebber, Vorstandsvorsitzender der RWE AG.
Für die kommenden Jahre stellt RWE die Weichen auf Wachstum.
„Mit unserem Investitionsprogramm von 35 Milliarden Euro netto bis 2031 schaffen wir neue Erzeugungskapazitäten, um den steigenden Strombedarf in Europa und den USA noch besser zu bedienen. In den USA stellen wir uns dazu breiter auf und setzen neben Erneuerbaren Energien nun auch auf Gas. Unsere Investitionen zahlen sich aus: Unser bereinigtes Ergebnis je Aktie wird bis 2031 von heute 2,48 Euro auf 4,40 Euro je Aktie wachsen. Unsere Aktionärinnen und Aktionäre werden wir stärker als bisher am Unternehmenserfolg beteiligen – unsere Dividende soll jährlich um 10 Prozent steigen“, so Markus Krebber weiter.
Bei der Umsetzung ihres Wachstumsprogramms setzt RWE gezielt auf Partnerschaften mit internationalen Investoren, um Investitionsrisiken zu begrenzen und den finanziellen Spielraum zu erweitern. Der Erneuerbaren-Investor Masdar, Norges Bank Investment Management, die den norwegischen Staatsfonds verwaltet, und der US-Finanzinvestor KKR konnten als Co-Investoren für die großen Nordsee-Windkraftprojekte gewonnen werden. Durch die Partnerschaft mit dem Infrastrukturinvestor Apollo Global Management wurde die Mitfinanzierung des Netzausbauprogramms von Amprion gesichert.
In den Jahren 2026 bis 2031 will RWE insgesamt 35 Mrd. € netto in den Ausbau ihres Portfolios investieren und damit ihre Erzeugungskapazität auf Basis von Erneuerbaren Energien, Batteriespeichern und flexibler Erzeugung um 25 Gigawatt (GW) auf rund 65 GW ausbauen. Basis für das Wachstumsprogramm ist eine geographisch und technologisch breit diversifizierte Projektpipeline, aus der RWE die attraktivsten Projekte auswählen kann. Für ihr Investitionsprogramm erwartet RWE eine Rendite von im Durchschnitt über 8,5 %. Die hohen Investitionen werden zu einer Steigerung des bereinigten Nettoergebnisses je Aktie um durchschnittlich 12 % pro Jahr bis 2031 führen.
Wachstumsfeld Stromerzeugung in den USA: Noch stärker als bisher will RWE ihr Geschäft in den USA ausbauen und dafür 17 Mrd. € netto investieren, knapp die Hälfte des geplanten Investitionsvolumens von 35 Mrd. €. Die installierte Kapazität von RWE in den USA soll von heute 13 GW auf 22 GW bis 2031 ausgebaut werden. Neben Wind- und Solarkraftanlagen sowie Batteriespeichern umfasst das künftig auch flexible Erzeugung. Der Fokus liegt dabei auf dem Zubau von Gas-Spitzenlastkraftwerken. Damit stärkt RWE gezielt ihr bestehendes US-Portfolio aus Onshore-Wind, Solar und Batteriespeichern.
Wachstumsfeld flexible Erzeugung in Deutschland: Für Investitionen in flexible Back-up-Kapazitäten und große Batterieprojekte hat RWE in Summe 9 Mrd. € netto vorgesehen. Die Erzeugungskapazität von RWE in diesem Bereich soll bis 2031 um 6 GW wachsen. Dazu zählt, dass das Unternehmen bereits angekündigt hat, bis zu 3 GW an neuen wasserstofffähigen Gaskraftwerken in Deutschland bauen zu wollen, in Abhängigkeit von den Ausschreibungen der Bundesregierung.
Wachstumsfeld Offshore-Wind: RWE will ihre Offshore-Windkapazität um 5 GW netto bis 2031 erweitern. Aktuell hat das Unternehmen 3,1 GW im Bau und eine breite Pipeline an attraktiven Entwicklungsprojekten. Wesentlich dazu beigetragen hat das erfolgreiche Abschneiden bei der britischen Offshore-Windauktion AR7 Anfang Januar: RWE konnte sich für fünf Projekte mit einer Gesamtkapazität von 6,9 GW (RWE-Anteil: 3,5 GW) 20-jährige Differenzkontrakte zu 91,20 £ je Megawattstunde sichern. Für den Ausbau des Offshore-Wind-Portfolios plant RWE eigene Investitionen von 2 Mrd. € netto. Den größten Teil des künftigen Investitionsbedarfs decken Partnerschaften und Projektfinanzierungen.
Wachstumsfeld Onshore-Wind und Solar in Europa und Australien: In den Ausbau ihres Onshore-Wind- und Solargeschäfts in den europäischen Kernmärkten – allen voran in Deutschland – und in Australien, plant RWE in den nächsten sechs Jahren 7 Mrd. € netto zu investieren und das Portfolio so um 5 GW netto zu erweitern.
Für das Geschäftsjahr 2025 erzielte RWE ein bereinigtes EBITDA von 5,1 Mrd. € und damit einen Wert im oberen Bereich der Prognose. Auch das bereinigte Nettoergebnis erreichte mit 1,8 Mrd. € das obere Ende der Bandbreite. Das bereinigte Nettoergebnis je Aktie lag bei 2,48 €. Positiv wirkt sich der Verkauf eines Entwicklungsprojekts für ein Rechenzentrum in Großbritannien aus, der zu einem hohen Buchgewinn führte. Darüber hinaus war der unter „Sonstige, Konsolidierung“ erfasste Ergebnisbeitrag der 25,1-Prozent-Beteiligung am deutschen Stromnetzbetreiber Amprion wesentlich höher als 2024 und trug damit ebenfalls zur guten Ertragslage bei. Insgesamt konnte das Ergebnis allerdings wie erwartet nicht an das hohe Niveau von 2024 anknüpfen.
Auch 2025 hat RWE den Ausbau ihres Portfolios aus Offshore- und Onshore-Windparks, Solaranlagen und Batteriespeichern vorangetrieben. Brutto erreichten die Investitionen mit 10,8 Mrd. € ein ähnliches hohes Niveau wie ein Jahr zuvor. Auf Nettobasis, d. h. abzüglich der Einnahmen aus Anteilsverkäufen, beliefen sich die Investitionen auf 4,0 Mrd. €. Neue Anlagen mit insgesamt 2,8 GW sind 2025 in Betrieb gegangen, was ebenfalls positiv zum Ergebnis beitrug. Der Zubau spiegelt sich auch in der Stromerzeugung des Unternehmens wider – die Stromproduktion stieg im Jahresvergleich trotz schwacher Windverhältnisse in Europa um 4 %. Der CO2-Ausstoß in der Stromerzeugung hat sich 2025 weiter verringert – und zwar um 2 %.
Offshore Wind: Das bereinigte EBITDA lag hier mit 1.488 Mio. € im erwarteten Rahmen und damit unter dem Vorjahresergebnis von 1.559 Mio. €. Dies ist darauf zurückzuführen, dass für Strommengen, für die RWE keine fixe Vergütung erhält, niedrigere Preise erzielt wurden als 2024. Zudem wirkten sich die gegenüber 2024 verschlechterten Windbedingungen negativ aus.
Onshore Wind/Solar: Das Segment erzielte ein gegenüber dem Vorjahr (2024: 1.502 Mio. € ) stark verbessertes bereinigtes EBITDA von 1.740 Mio. €. Die Inbetriebnahme neuer Anlagen führte zu einem Ergebniswachstum – trotz unterdurchschnittlicher Windverhältnisse in Europa und negativer Effekte aus der Währungsumrechnung von US-Dollar in Euro. Darüber hinaus erzielte RWE in den USA für Stromverkäufe, deren Preise nicht durch langfristige Lieferverträge abgesichert sind, höhere Preise als im Vorjahr.
Flexible Erzeugung: Das bereinigte EBITDA des Segments Flexible Erzeugung erreichte 1.406 Mio. €. Die Prognose wurde damit übertroffen. Wesentlich zum Ergebnis beigetragen hat die Veräußerung eines Entwicklungsprojekts für ein Rechenzentrum, das an einem ehemaligen britischen Kraftwerksstandort von RWE entstehen wird. Die Transaktion erbrachte einen Buchgewinn von 225 Mio. €. Gegenüber dem Vorjahr (1.949 Mio. €) hat sich das bereinigte EBITDA allerdings verringert, da sich die Margen aus dem Terminverkauf der Stromerzeugung nach dem hohen Niveau von 2024 wieder normalisiert hatten.
Energiehandel: Das bereinigte EBITDA des Segments lag mit 339 Mio. € erwartungsgemäß deutlich unter dem Vorjahreswert von 679 Mio. €, aber innerhalb der prognostizierten Bandbreite.
Grundsolide Finanz- und Vermögenslage: Zum Stichtag 31. Dezember 2025 wies RWE eine Nettoverschuldung von 10,9 Mrd. € aus. Trotz der hohen Wachstumsinvestitionen und des bis Juni 2026 laufenden Aktienrückkaufprogramms blieben die Nettoschulden 2025 nahezu unverändert (2024: 11,1 Mrd. €), während sich die Eigenkapitalquote von 34 % auf 41 % verbessert hat. Der Leverage Factor, der das Verhältnis der Nettoschulden zum bereinigten EBITDA wiedergibt, lag mit 2,1 weit unter der selbst gesetzten Obergrenze. Diese lag für das abgelaufene Geschäftsjahr bei 3,0.

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken
Steigerung der Ergebnisse für 2026 und 2027: RWE rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einer Verbesserung der operativen Ertragslage. Die Inbetriebnahme neuer Wind- und Solarparks sowie Batteriespeicher wird sich positiv auf das Ergebnis auswirken. Zudem wird eine wetterbedingt bessere Auslastung der Windparks unterstellt. Daher erwartet RWE, dass das bereinigte EBITDA höher ausfällt, und zwar in einer Bandbreite von 5,2 Mrd. € bis 5,8 Mrd. €. Für das bereinigte Nettoergebnis rechnet RWE mit einem Wert zwischen 1,55 Mrd. € und 2,05 Mrd. €. Das entspricht – bezogen auf die Mitte der prognostizierten Bandbreite – einem bereinigten Nettoergebnis je Aktie von 2,55 €.
Für 2027 erwartet RWE ein abermals höheres Ergebnis: das bereinigtes EBITDA soll auf 6,2 Mrd. € bis 6,8 Mrd. € ansteigen und das bereinigte Nettoergebnis zwischen 1,9 Mrd. € und 2,4 Mrd. € liegen. Das Ergebnis je Aktie soll im Mittel 3,05 € erreichen.
Für das Geschäftsjahr 2025 wird der Hauptversammlung am 30. April 2026 wie geplant eine Ausschüttung von 1,20 € pro Aktie vorgeschlagen. Das ist ein Plus von 0,10 € je Aktie. Die Dividende für 2026 soll um 10 % auf 1,32 € je Aktie angehoben werden.

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken
Hinweis: Der am 12. März 2026 veröffentlichte Geschäftsbericht 2025 und die am 5. Februar 2026 vorab veröffentlichten Stromerzeugungskapazitäten und Stromproduktionsmengen für das Geschäftsjahr 2025 stehen hier zur Verfügung.