RWE AG

Ende einer Ära: RWE hat ihr letztes Kernkraftwerk vom Netz genommen

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Die Schichtmannschaft des KKW Emsland mit Nikolaus Valerius, Wolfgang Kahlert und Andreas Friehe bei der Abschaltung des KKW Emsland. (von links nach rechts: Michael Kallabis, Ralf Berndzen, Nikolaus Valerius, Wolfgang Kahlert, Andreas Friehe, Thorsten Knoop, Thorsten Kues)
  • Kernenergie in Deutschland war rund 60 Jahre lang eng mit RWE verbunden
  • Kernkraftwerk Emsland beendet nach 35 Jahren sicheren Leistungsbetrieb
  • Sicherer Rückbau der Anlage beginnt nach Erhalt der Rückbaugenehmigung

Essen/Lingen, 15. April 2023

Mit der Trennung des Generators vom Stromnetz hat die diensthabende Schichtmannschaft am Samstag, 15. April 2023, um 22.37 Uhr, das Kernkraftwerk Emsland (KKE) als eines der drei letzten Kernkraftwerke in Deutschland heruntergefahren. Damit endet nach 35 erfolgreichen Jahren der sichere und zuverlässige Leistungsbetrieb der Anlage.

Zugleich bildet das Abschalten des Kernkraftwerks Emsland den Schlusspunkt einer Ära: Über den Zeitraum von rund 60 Jahren hat RWE ihre Kernkraftwerke in Biblis, Kahl, Mühlheim-Kärlich, Gundremmingen und Lingen sicher und zuverlässig betrieben.

Markus Krebber, Vorstandsvorsitzender der RWE AG: „Das Ende der Kernenergie in Deutschland ist eine politische Entscheidung. Ihr gingen bis heute jahrzehntelange leidenschaftliche Debatten voraus. Das Kapitel ist nun abgeschlossen. Jetzt kommt es darauf an, die ganze Kraft dafür einzusetzen, neben Erneuerbaren Energien auch den Bau von wasserstofffähigen Gaskraftwerken möglichst schnell voranzutreiben, damit die Versorgungssicherheit gewährleistet bleibt, wenn Deutschland 2030 idealerweise auch aus der Kohle aussteigen will.“

Nikolaus Valerius, Kernenergievorstand bei RWE Power und technischer Geschäftsführer der RWE Nuclear: „Die Kernenergie bei RWE war eine echte Erfolgsgeschichte. Allein unser letztes Kernkraftwerk in Lingen hat 35 Jahre lang sicher und CO2-frei Strom produziert. Mit der im Kernkraftwerk Emsland erzeugten Menge von über 390 Terawattstunden könnte man den heutigen Strombedarf von Berlin rechnerisch fast 31 Jahre lang decken. Das war nur dank einer fachlich versierten und stets motivierten Betriebsmannschaft möglich. Ich danke allen Beschäftigten, die sich in unserem Unternehmen jeden Tag und rund um die Uhr um die Anlage gekümmert haben. Das war eine herausragende Leistung der Belegschaft über die gesamte Betriebszeit.“

Kernkraftwerk Emsland gehörte zu den letzten 3 Anlagen in Deutschland

1982 fiel der Startschuss für den Bau des KKE. Nach nicht einmal sechs Jahren Bauzeit ging der Block am 14. April 1988 erstmalig in Betrieb. Seitdem hat das KKE – abgesehen von Revisions- und Wartungsphasen – rund um die Uhr zuverlässig und sicher Strom erzeugt.

Das Kernkraftwerk Emsland weist im internationalen Vergleich hinsichtlich seiner Verfügbarkeit einen Spitzenwert auf: Seit Inbetriebnahme war die Anlage zu rund 94 % der Zeit verfügbar.

„Für die Kraftwerksmannschaft steht von nun an der sichere Rückbau ihrer Anlage auf dem Programm. Als eine der ersten Maßnahmen wird, wie auch während früherer Revisionen üblich, der Reaktordruckbehälter geöffnet. In den darauffolgenden Wochen werden die im Kern befindlichen Brennelemente unter Wasser in das Brennelemente-Lagerbecken umgestellt“, erläutert Kraftwerksleiter Wolfgang Kahlert. Der eigentliche Rückbau wird erst nach Erteilung der Rückbaugenehmigung durch das niedersächsische Umweltministerium erfolgen. Bis dahin werden rückbauvorbereitende Maßnahmen umgesetzt.

Im KKE sind derzeit rund 350 eigene Beschäftigte tätig. Hinzu kommen rund 150 Mitarbeitende von Partnerfirmen, die dauerhaft auf der Anlage im Einsatz sind. Weil im Rückbau perspektivisch weniger Personal im Einsatz sein wird, wird sich die Belegschaft in den kommenden Jahren sukzessive reduzieren. Wie in allen Rückbauanlagen von RWE läuft dies sozialverträglich.

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